China: Traumjob Influencer
ZDF
Zwischen Wirtschaftsflaute und Leistungsdruck fliehen Chinas Jugendliche ins Netz - Influencer zu werden gilt als neuer Weg zum Glück.
Seine Familie war so stolz, als sie A Diao zum Studium in die Stadt schickten. Doch er steht am liebsten barfuß im Gemüsefeld und will lieber als Dorf-Influencer Geld verdienen. "Schau' mal da oben: Die Berg-Brise weht völlig frei. Das ist meine Persönlichkeit: wie der Wind", sagt A Diao und lacht. Der 25-Jährige war der Erste in seiner Familie, der sein Dorf verlassen und in der großen Stadt studieren konnte. Deswegen kam er zurück in sein Dorf: nach Bangan in Südchina. Vom letzten Flughafen sind es nochmal fünf Stunden Autofahrt. Ein abgelegenes Dorf, das aber schnelles Netz mit 5G Mobilfunk hat. Für A Diao ist es ein Paradies. "Willkommen in meinem Gemüsegarten!" sagt er und dreht sich barfuß im Kreis. "Der Sandboden ist gut geeignet für Gemüse, mit ein bisschen Dünger ist das kein Problem. Die Leute in unserem Dorf pflanzen und verzehren alles selber. Wir müssen keinen Reis von außerhalb kaufen." Wie seine Eltern baut auch A Diao wieder Gemüse an, aber vor allem postet er für seine 100.000 Follower Dorf-Content auf Plattformen wie Douyin, der chinesischen TikTok-Mutter. Seine Social-Media-Videos sind seine Haupt-Einnahmequelle. Das ist kein ungewöhnlicher Job in China: Livestreaming sieht man in großen Städten an jeder Straßenecke und auch in jedem Laden. Leute, die vor ihrem Handy stehen und Produkte verkaufen oder ihre Live-Zuschauerinnen und -Zuschauer so gut unterhalten, dass die sich mit digitalen Geld-Geschenken bedanken. Es ist ein Milliardengeschäft in China. Vielen jungen Leuten bietet es einen Job, bei dem sie ihr eigener Chef sein und arbeiten können, wann und wo sie wollen.













