
Bunker-Sex und Baum-Umarmung
n-tv
Mal wieder rückte das Verbrechen beim Sonntagabend-Krimi im Ersten in den Hintergrund, stattdessen gab es einen zweifachen Parforce-Ritt - im Wald und auf der Matratze. Corinna Harfouch indes verabschiedet sich als Unvollendete.
Mal wieder rückte das Verbrechen beim Sonntagabend-Krimi im Ersten in den Hintergrund, stattdessen gab es einen zweifachen Parforce-Ritt - im Wald und auf der Matratze. Corinna Harfouch indes verabschiedet sich als Unvollendete.
Ganze fünf Fälle zieren das Portfolio von Susanne Bonard (Corinna Harfouch), darunter mit ihrer Premiere "Nichts als die Wahrheit" im April 2023 eine Doppelfolge - und schon heißt es wieder Zapfenstreich beim "Tatort". Das ist eine überschaubare Bilanz und ausgesprochen schade, denn allein auf dem Papier versprach die Kombination aus dem fesch-eigenwilligen Robert Karow (Mark Waschke) und der vergleichsweise bodenständigen Bonard einiges an Krimi-Entertainment.
In Erinnerung bleiben wird wohl "Am Tag der wandernden Seelen", n-tv.de-Kollege Julian vergab 9 von 10 Punkten und sah "einen vielschichtigen Krimi, der ein verstörendes Thema einfühlsam erzählt und dabei fast nie überfrachtet wirkt".
Darüber hinaus jedoch reicht es bei Corinna Harfouch nur für eine verhuschte Erinnerung, gefühlt hatte sie doch gerade erst angefangen, so richtig kennenlernen konnte man sie kaum. Als ihr Ehemann (Ercan Karacayli) in diesem letzten Fall kurz auftaucht, um Sorge zu bekunden, sah das mehr nach erfüllter Pflichtaufgabe aus, als nach einem echten Teil der Geschichte.
Was das angeht, hatte Drehbuchautorin und Regisseurin Mira Thiel sich alle Freiheiten gegönnt, um eine Story fernab von Fragen nach Alibis und Motiven zu erzählen. Da setzte sich Bonard mir nichts, dir nichts in den Wald ab, um die Ruhe vor dem Ruhestand zu genießen, an der Seite einer Survival-Expertin das Überleben zu lernen - ein folkloristisches Regenpicknick, bei dem Zeltbau geübt und Bäume umarmt wurden.

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