
Baubranche kritisiert verschärfte Schutt-Vorschriften
n-tv
Neue Vorschriften zur Entsorgung von Bauschutt sorgen in der Branche für Verdruss. Recyclingfirmen wiesen die Abfälle zurück, die nun teuer auf Deponien gelagert werden müssen. Das Resort der grünen Umweltministerin Lemke weist die Kritik zurück. Für eine Bewertung sei es noch zu früh.
Die Baubranche fürchtet wegen neuer Vorschriften des Bundes eine weitere Verteuerung des Bauens und erschwertes Recycling der immensen Bauschuttmengen in Deutschland. Die am 1. August in Kraft getretene Mantelverordnung für Ersatzbaustoffe und Bodenschutz ersetzt den bisherigen Flickenteppich unterschiedlicher Länderregelungen. Doch meldet die Branche bereits Anzeichen, dass erste Recyclingfirmen Bauschutt nicht mehr zur Aufarbeitung annehmen wollen - stattdessen müssten Bauabfälle dann auf Deponien entsorgt werden.
"Schwerpunkt ist nun der Grundwasserschutz, und dabei setzt die Verordnung sehr hohe Maßstäbe", sagt Christine Buddenbohm, Geschäftsführerin Unternehmensentwicklung beim Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB). "Das Wasser, das Recycling-Baustoffe durchsickert und unten im Grundwasser ankommt, muss von besserer Qualität als Trinkwasser sein."
Aus der Erläuterung des Bundesumweltministeriums geht hervor, dass die neuen Vorschriften die Auswaschung unerwünschter Stoffe ins Grundwasser verhindern sollen. Die Mengen sind nahezu unvorstellbar: Laut Umweltbundesamt fielen im Jahr 2020 über 220 Millionen Tonnen Bauabfälle an, das ist mehr als die Hälfte des gesamten Müllaufkommens in Deutschland. Nach Daten des Bundesumweltamts wurde der Großteil verwertet.
