
Verdi legt am Freitag und Samstag Busse und Bahnen lahm
Süddeutsche Zeitung
Die Gewerkschaft will mit einem zweitägigen Streik bessere Arbeitsbedingungen erreichen. Dabei dürften erneut große Teile des Nahverkehrs ausfallen.
Wer Ende dieser Woche Busse und Bahnen benutzen will, muss sich auf große Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi ruft deutschlandweit für den 27. und an vielen Orten auch am 28. Februar zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) auf. Wie bereits beim Ausstand Anfang des Monats sind 150 öffentliche Verkehrsunternehmen und Busfirmen betroffen. „In zahlreichen kommunalen Nahverkehrsbetrieben werden am kommenden Freitag keine Busse und Bahnen fahren“, kündigt Verdi an. „In vielen Tarifbereichen wird der Streik auch auf den Sonnabend ausgedehnt“.
Wie umfangreich in einzelnen Bundesländern gestreikt wird, teilen die Verdi-Landesbezirke noch mit. Stillstehen dürften viele U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen. S-Bahnen und Regionalzüge der Deutschen Bahn sowie private Busbetreiber dagegen sind nicht Teil der Tarifrunde und daher nicht vom Streik erfasst. Kommunale Betriebe versuchen oft durch Kooperationen mit privaten Busfirmen die Wirkung des Arbeitskampfs abzufedern.
Nach Angaben der Gewerkschaft kam beim ersten bundesweiten Ausstand am 2. Februar der Verkehr in mehr als 100 Unternehmen für einen ganzen Tag völlig zum Erliegen. In zahlreichen weiteren Firmen habe es starke Einschränkungen gegeben. Diesmal geht die Gewerkschaft noch einen Schritt weiter und streikt gleich an zwei Tagen, um Verbesserungen für die rund 100 000 Bus- und Bahnfahrer und übrigen Beschäftigten in kommunalen Verkehrsbetrieben durchzusetzen. Verdi erwartet „in den meisten Teilen des Landes“ ähnlich drastische Auswirkungen wie beim ersten Streiktag.
Der Ausstand soll grundsätzlich in allen Bundesländern stattfinden, außer in Niedersachsen, wo noch eine Friedenspflicht gilt und kein Arbeitskampf erlaubt ist. In Baden-Württemberg, bei der Hamburger Hochbahn und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein wird erst im Laufe der Woche entschieden, ob es zu einem Ausstand kommt.
In den einzelnen Bundesländern wird in der Tarifrunde jeweils separat verhandelt. Zum Missfallen von Verdi, denn die Gewerkschaft strebt einen bundesweiten Abschluss an. Weil die Verhandlungen je nach Bundesland unterschiedlich weit fortgeschritten sind, könnten die Streiks in den einzelnen Ländern unterschiedlich intensiv ausfallen. Die Gewerkschaft vermisst aber generell Fortschritte.













