
„Die Superreichen besitzen alles, die anderen fast nichts“
Süddeutsche Zeitung
Die US-Wirtschaft spaltet sich auf. Während die einen vom Börsenboom profitieren, macht den anderen jede neue Krise Angst. Sogar der Präsident hat das inzwischen erkannt – und macht es trotzdem noch schlimmer.
Das Städtchen Martins Ferry am Ohio River gehört zu den vergessenen Gegenden Amerikas. In einem McDonald’s sitzt ein älterer Herr mit zerzaustem Bart und Holzfällerhemd über einem Hamburger und schimpft laut über die Welt. Ein paar Tische weiter macht ein Mitarbeiter Pause, er redet auf sein Smartphone ein, offenbar ist seine Mutter im Krankenhaus. Draußen auf dem Parkplatz stehen Pick-ups, denen man ansieht, dass sie schon viele Meilen hinter sich haben. Das jährliche Haushaltseinkommen in Martins Ferry liegt mit 37 000 Dollar weit unter dem Durchschnitt der USA, mehr als jeder dritte Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze. Auch die Zukunft ist hier weit weg. Den Fluss hinauf pustet ein Kohlekraftwerk Dampf in die Luft.













