Trump, Merz, AfD - doch einer fehlt am Rosenmontag
ZDF
Meterhohe Figuren, politische Zuspitzung und handwerkliche Arbeit rollen wieder in den Fastnachts- und Karnevalshochburgen. Eine Figur fehlt.
Mit meterhohen Figuren, politischer Zuspitzung und handwerklicher Arbeit rollen am Rosenmontag wieder Motivwagen in den Fastnachts- und Karnevalshochburgen. Eine Figur fehlt aber. In Köln hat die Vorstellung des Rosenmontagszuges immer etwas Staatstragendes. Fanfaren ertönen, bevor der Zugleiter und das Dreigestirn symbolisch das rote Band durchschneiden. Erst dann lassen sich in der Halle erstmals die Wagen bestaunen, die Rosenmontag durch die Stadt rollen. Das Kölner Festkomitee achtet traditionell auf eine gute Mischung zwischen Lokal-, Bundes- und Weltpolitik. Und vor allem darf die Mischung keine schlechte Laune verbreiten, sagt Zugleiter Marc Michelske im Gespräch mit ZDFheute: Natürlich ist auch die Kölner Oper ein Thema, die nach 14 Jahren und 1,5 Milliarden Euro dieses Jahr endlich fertig werden soll. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz ist dabei, der als "Kanzler der Schmerzen" im Sado-Maso-Studio "Groko happy aua Club" dargestellt wird. Die AfD kommt als blaue Schlange daher, die den deutschen Michel hypnotisiert. Nicht fehlen darf Donald Trump, der der Nato, der EU und anderen den Allerwertesten entgegenstreckt. Schlüpfrig wird Trump auch in Mainz dargestellt. Hier macht sich "König" Trump an die Freiheitsstatue ran, in den Trümmern von Recht und Freiheit. Auch ein Bundeskanzler-Motiv darf für die rund sieben Kilometer lange Strecke in Mainz nicht fehlen. Er sitzt auf einem sinkenden Schlauchboot, schwer beladen mit "Versprechern und Versprechungen" und wird von hinten von Altkanzlerin Merkel als Seeungeheuer aus der Tiefe bedrängt. Ein anderer der insgesamt elf Motivwägen zeigt Verteidigungsminister Boris Pistorius, der mit Fliegenklatsche und Spielzeugwaffen eher hilflos gegen nahende Drohnenangriffe wirkt. Entscheidend für die Auswahl der Motive ist laut dem Mainzer Kreativkreissprecher Boris Henkel nicht der kurzfristige Aufreger, sondern "das Stimmungsbild in unserer Gesellschaft und mittel- und längerfristige Entwicklungen".













