
Tour de Trance
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Essen bestellt, Fentanyl erhalten: Odenthal und Stern bekamen es in Ludwigshafen diesmal mit Fahrradkurieren der besonderen Art zu tun. Drogen per Lieferdienst - kein Ausnahmefall, zuweilen sogar legal.
Essen bestellt, Fentanyl erhalten: Odenthal und Stern bekamen es in Ludwigshafen diesmal mit Fahrradkurieren der besonderen Art zu tun. Drogen per Lieferdienst - kein Ausnahmefall, zuweilen sogar legal.
Ob Johann Baptist Ruhdorfer Ende des 19. Jahrhunderts geahnt hat, was er da - und wahrsten Sinne des Wortes - lostrat? Mit einem selbstgebauten Hochrad fuhr der Mann täglich von Hohenlinden nach München und Rosenheim, um Ersatzteile für seine Kunden zu besorgen. Einige Jahre zuvor hatte bereits ein findiger US-Amerikaner den Eisenbahnerstreik in San Francisco genutzt, um per Kurierteam auf zwei Rädern für den Fortgang von Warenverkehr und Postauslieferung zu sorgen.
Als echte Pedal-Pioniere trugen sich 1910 auch die Roten Radler aus Bayern in die Geschichtsbücher ein. Unter der Telefonnummer 12400-12402 konnte man die Kuriere erreichen und Sendungen aller Art beauftragen, noch heute gibt es das Unternehmen, das Einsatzgebiet: Unternehmen, Maler- und Renovierungsarbeiten.
In den USA bereits in den 1970er-Jahren, 1985 in Deutschland - genauer gesagt, in München - nimmt sie Fahrt auf: die Geschichte der professionellen Fahrradkuriere hierzulande. Als schnelle Alternative wurden die Boten auf zwei Rädern im Laufe der Jahre immer attraktiver, Mitte der 90er wurde der Bundesverband der Fahrradkurierdienste gegründet.
Velo Punks, so hieß das Fahrradkurier-Unternehmen im Ludwigshafener "Tatort", eine buntgewandete Truppe mit alternativem Touch, in knalligen Klamotten, ein Industrieschuppen als Firmenzentrale, die Fahrerinnen und Fahrer, so wurde es dargestellt, nicht einfach "nur" Lieferanten auf zwei Rädern, sondern Zeitgenossen mit einer bestimmten Philosophie. "Unser Traum war, einfach nur Fahrrad zu fahren", so schlicht formuliert es Zoë (Antje Traue), früher mal Öko-Aktivistin, heute Chefin des Ladens.

Judith Hoersch ist Schauspielerin. Mit "Niemands Töchter" ist ihr ein Hit gelungen. Und das, obwohl sie zwischen Bayern und Berlin pendelt, eine kleine Tochter hat und sehr viel arbeitet. Hoersch spielt die Hebamme "Lena Lorenz" in einer erfolgreichen Serie, in der es ums Kinderkriegen und -haben geht. Genau wie in ihrem ersten Roman.












