Teilgeständnis in Panama-Papers-Prozess
ZDF
Ein Ex-Mitinhaber der Skandalkanzlei Mossack Fonseca räumt im Zusammenhang mit den Panama-Papers Beihilfe zur Steuerhinterziehung ein.
Ein Ex-Mitinhaber der Skandalkanzlei Mossack Fonseca räumt Beihilfe zur Steuerhinterziehung ein. Die Bildung einer kriminellen Vereinigung bestreitet er. Fast zehn Jahre nach den Panama-Papers-Enthüllungen hat vor dem Landgericht Köln der Prozess gegen einen der früheren Miteigentümer der panamaischen Skandalkanzlei Mossack Fonseca begonnen. Der schweizerisch-panamaische Doppelstaatler Christoph Zollinger räumte am Mittwoch über seine Anwälte den Vorwurf der Beihilfe zur Steuerhinterziehung ein. "Am Ende habe ich das billigend in Kauf genommen," hieß es in seiner Stellungnahme. Laut Anklage der Staatsanwälte in Köln soll allein in Deutschland ein Steuerschaden in Höhe von mehr als 13 Millionen Euro entstanden sein. Die Bildung einer kriminellen Vereinigung bestreitet Zollinger. Der 56-jährige Schweizer war mehr als ein Jahrzehnt Miteigentümer von Mossack Fonseca. Wie die Panama-Papers-Recherche damals enthüllte, soll die Kanzlei in dieser Zeit Staats- und Regierungschefs, Autokraten und Drogenhändlern sowie Prominenten und Profisportlern beim Verschleiern ihres Vermögens und anderen Straftaten geholfen haben. Mossack Fonseca hat mehr als 200.000 Briefkastenfirmen in Steueroasen auf der ganzen Welt gegründet und unterhalten. Mithilfe von Briefkastenfirmen haben einzelne Deutsche teils mehrere Millionen Euro an Einkommens-, Erbschafts- und Schenkungssteuer hinterzogen. Bei den Panama Papers handelt es sich um 11,5 Millionen vertrauliche Dokumente aus dem Inneren der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca. Die Daten reichen von den 1970er Jahren bis ins Jahr 2016. Ein anonymer Whistleblower hatte sie der Süddeutschen Zeitung zugespielt, die sie zusammen mit dem International Consortium of Investigative Journalists sowie 400 Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt auswertete. Die Panama Papers enthüllten die wahren Eigentümer von Tausenden Briefkastenfirmen - darunter etliche russische Oligarchen, chinesische Kader, venezolanische Funktionäre, Politiker und dubiose Geschäftsleute aus aller Welt sowie Tausende Steuerbetrüger. Korrupte Fifa-Offizielle nutzten die anonymen Vehikel genauso wie Sergej Roldugin, erfolgreicher Cellist und einer der besten Freunde des russischen Autokraten Wladimir Putin.













