
Siebenmaliger Weltmeister Rydzek macht Schluss
n-tv
2010 gewinnt Johannes Rydzek seine erste Medaille in der Nordischen Kombination. Es folgen zahlreiche weitere, mehr als eineinhalb Jahrzehnte ist der Bayer nicht aus dem Sport wegzudenken. Doch nun beendet der 34-Jährige seine Karriere.
2010 gewinnt Johannes Rydzek seine erste Medaille in der Nordischen Kombination. Es folgen zahlreiche weitere, mehr als eineinhalb Jahrzehnte ist der Bayer nicht aus dem Sport wegzudenken. Doch nun beendet der 34-Jährige seine Karriere.
Johannes Rydzek saß vor einer grünen Allgäuer Wiese und kämpfte mit den Tränen, doch seine Entscheidung formulierte er mit fester Stimme und großer Überzeugung: "Der Moment fühlt sich richtig an", sagte Rydzek, als er sein Karriereende verkündete - und klopfte auf sein Herz. Am heiligsten Ort des nordischen Skisports am Holmenkollen in Oslo wird der zweimalige Olympiasieger und siebenmalige Weltmeister am Sonntag sein letztes Rennen bestreiten.
Seine Entscheidung kam nicht unerwartet: 34 Jahre alt ist der Oberstdorfer, die Hälfte davon verbrachte Rydzek im Weltcup. Nach den so enttäuschenden Winterspielen in Val di Fiemme im Februar allerdings, als seine Medaille-Hoffnungen mit Vinzenz Geigers Sturz im Tiefschnee versanken, hatte er zur Zukunft vielsagenden "Mal seh'n ..." gemurmelt. Daraus wurde nun: "Es ist Zeit."
Der Moment fühle sich richtig an, sagte Rydzek: "Gleichzeitig tut es aber auch weh." Nun schließt sich in Oslo, wo er 2011 bei seiner ersten WM die ersten drei seiner 14 Weltmeisterschafts-Medaillen gewann, ein Kreis. "Ich bin voll mit mir im Reinen, auch wenn jetzt viel Wehmut im Gepäck nach Norwegen sind", sagte Rydzek vor seinem 301. Weltcup-Einsatz, einer weniger als Rekordhalter Akito Watabe.
Zu den Aspekten, mit denen der Oberstdorfer im Reinen ist, gehört auch, dass er trotz aller Titel meist ein wenig im Schatten anderer stand. Rydzeks Anfänge fielen mit dem Finale eines Ronny Ackermann zusammen, sein langjähriger Wegbegleiter und letzter Bundestrainer Eric Frenzel war noch einen Tick erfolgreicher, und in Rydzeks späten Jahren prägte sein Allgäuer Klub-Kollege Geiger die Kombination stärker.

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