Schweiz: Bar-Betreiber aus U-Haft entlassen – gegen Kaution
ZDF
Rund drei Wochen nach dem Feuer in einer Bar in Crans-Montana mit 40 Toten ist der Betreiber der Bar aus der Untersuchungshaft entlassen worden.
Rund drei Wochen nach dem Feuer in einer Bar in Crans-Montana mit 40 Toten ist der Betreiber aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Angehörige der Opfer reagieren empört. Ein Gericht in der Schweiz hat die Untersuchungshaft gegen den Besitzer der Bar in Crans-Montana aufgehoben, in der vor gut drei Wochen bei einem Brand 40 Menschen ums Leben kamen. Jacques M. kommt gegen Auflagen auf freien Fuß, wie das Zwangsmaßnahmengericht in Sitten im Schweizer Kanton Wallis mitteilt. Die Auflagen sollen eine Flucht verhindern, wie aus der Mitteilung des Gerichts hervorgeht. M. muss seine Ausweis- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen, darf nicht ausreisen, muss sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden und eine Kaution hinterlegen. 200.000 Franken (rund 216.000 Euro) seien auf dem Konto der Staatsanwaltschaft eingegangen, teilte das Gericht mit. Das Geld stamme von engen Freunden des Unternehmers. Für seine Frau Jessica gelten ähnliche Auflagen, sie war aber nicht in Untersuchungshaft genommen worden. Die Hinterbliebenen der Opfer der Brandkatastrophe äußern sich mit Unverständnis und Empörung: Die Entscheidung, Moretti aus der U-Haft zu entlassen, sei "ein Skandal und eine Schande für die Opfer und ihre Familien", sagte Jean-Luc Addor, Anwalt der Angehörigen eines bei der Tragödie ums Leben gekommenen Jugendlichen. Christophe de Galembert, der einen trauernden Vater vertritt, nannte die Entscheidung "unerwartet und schockierend". Opferanwalt Romain Jordan sagte AFP, seine Mandanten seien schockiert darüber, "dass erneut keine Rücksicht auf die Gefahr von Absprachen und des Verschwindens von Beweismitteln genommen wird". Morettis Freilassung gefährde die Ermittlungen. Der italienische Außenminister Antonio Tajani sprach von einem "echten Affront" gegenüber den Familien der Opfer. Unter den Todesopfern waren sechs junge Menschen aus Italien.













