
Söder: „An alle sozialistischen Klugscheißer, schleicht's euch aus Bayern“
Süddeutsche Zeitung
Der CSU-Chef schimpft über Grüne und Linke, der FW-Vorsitzende über Bürgergeldempfänger und der Vizekanzler will über die Erbschaftssteuer diskutieren. Viel Krawall, wenig Neues.
Der politische Aschermittwoch in Niederbayern ist ein Ritual, auf das keine Partei verzichten mag. Auch heuer wurde kräftig gegen die politischen Gegner ausgeteilt. Ein Überblick.
CSU
Markus Söder steigt auf die Bühne in Passau und zurrt gleich die Tonart fest. „Hier ist nicht die Berliner Blase, hier spricht das Volk“, ruft er. „Und an alle sozialistischen Klugscheißer kann ich sagen: Schleicht’s euch aus Bayern!“ Man lasse sich nicht vorschreiben, was man rede, was man denke. Die Worte eines anderen haben ihn aber anscheinend getroffen. Als ihn der Chef der Grünen Jugend „Hurensohn“ genannt hat, habe es keine Entschuldigung der grünen Parteivorsitzenden gegeben, beklagt Söder – jene, „die sonst mit moralischer Fallhöhe agieren“. Der Chef der Grünen Jugend, tönt der CSU-Chef noch, „soll endlich mal was Ordentliches arbeiten“.
Beim Aschermittwoch wird die Konkurrenz abgewatscht, das ist Tradition. Aber Söder schont seine Regierungspartner im Bund und in Bayern, die SPD und die Freien Wähler. Attacke dafür gegen die AfD, diese sei „menschlich und politisch inkompetent, ein Land zu führen“. Im Landtag gebe es Leute wie dieses „braune Zigarettenbürschla“, den AfD-Politiker Daniel Halemba. Söder sagt, nur die CSU habe die Kraft, sich der AfD entgegenzustellen: „Ich will nicht, dass die Rente bei uns in Deutschland irgendwann in Rubel bezahlt wird.“
Ansonsten viel CSU-Folklore und Bayern-Lob. „Was war die letzte Innovation aus Bremen? Die Stadtmusikanten.“ Söder zieht auch Bilanz zur Bundesregierung. Von Pendlerpauschale bis Mütterrente, man könne „nicht immer die ganze Welt retten“, sondern müsse auch etwas „für die eigenen Leute“ tun. Solche Sätze bringen starken Zwischenapplaus in Passau.













