
Ex-Bischof sagt aus: „Wir sind keine Wirtschaftsfachleute“
Süddeutsche Zeitung
Vor dem Landgericht München II geht es um rund 60 Millionen US-Dollar, spekulative Investments in den USA und Bestechung. Der frühere Bischof Hanke spricht vor Gericht über Fehler im Bistum.
Im Prozess um den Finanzskandal im katholischen Bistum Eichstätt hat der frühere Bischof Gregor Maria Hanke Versäumnisse in seiner Diözese eingeräumt. Er bezeichnete es vor dem Landgericht München II als „Schwachpunkt“, dass der Vermögensverwaltungsrat zu sehr intern besetzt gewesen sei.
So habe die nötige Kontrolle der Finanzen und Geldanlagen nicht stattgefunden. „Ich glaube, dass dem Aufsichtsgremium wahrscheinlich die Tiefensicht gefehlt hat“, sagte der 71-Jährige. „Wir sind keine Wirtschaftsfachleute“, betonte er. „Wenn Geistliche in diesem Gremium sitzen, sind sie angewiesen auf Fachleute.“ So seien „Hochrisikoanlagen“ getätigt worden, „die nach den Richtlinien, die ausgegeben waren, so nicht hätten getätigt werden dürfen“.
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In dem Verfahren geht es um rund 60 Millionen US-Dollar, spekulative Immobilieninvestments in den USA und Bestechung. Die Staatsanwaltschaft wirft einem Immobilienentwickler Untreue und Bestechung vor, dem früheren stellvertretenden Finanzdirektor des Bistums Untreue und Bestechlichkeit. Er soll nicht oder nur unzureichend gesicherte Darlehen vergeben und dafür Beteiligungen und Bestechungsgelder angenommen haben.
Zur Zeit der mutmaßlichen Vorfälle war Hanke Bischof des katholischen Bistums. Der 71-Jährige hatte Pfingsten vergangenen Jahres nach mehr als 18 Jahren im Amt überraschend seinen Rücktritt öffentlich gemacht. Seither nennt er sich Pater Gregor.„Ich hab' mich um den Rahmen gekümmert“, sagte Hanke, der mit dem angeklagten früheren stellvertretenden Finanzdirektor nach eigenen Angaben zu Studienzeiten befreundet war.













