
Hass auf Kollegin oder Mordlust?
Süddeutsche Zeitung
Er greift im vergangenen Sommer unvermittelt seinen Chef und zwei Kollegen mit dem Messer an, eine Frau stirbt. Die Anklage allerdings zweifelt an den Aussagen des Mannes.
Die Schreie der Angegriffenen müssen ihre Kollegen ins Mark getroffen haben. Die Szenen, die sich am 1. Juli vergangenen Jahres beim Stromversorger Überlandwerk Rhön im unterfränkischen Mellrichstadt abgespielt haben, werden wohl viele Beteiligte nie wieder los.
Nach Erkenntnis der Ermittler stürmt ein junger Mann aus dem thüringischen Meiningen am Morgen ins Büro seines Chefs und sticht dort gezielt auf eine Kollegin ein. „Der Angeklagte verspürte seit Monaten das ernste und nachhaltige Verlangen, andere Menschen zu verletzen und zu töten“, sagt Oberstaatsanwalt Markus Küstner am ersten Prozesstag vor dem Landgericht Schweinfurt.
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„Hierbei war ihm bewusst, dass die Geschädigte mit keinem Angriff gegen ihr Leben rechnete und aufgrund des überraschenden massiven Angriffs keinerlei Verteidigungsmöglichkeit hatte.“ Die 59-Jährige stirbt kurz darauf. Sie war jahrzehntelang in dem Unternehmen beschäftigt.
Der Verdächtige ist unter anderem wegen Mordes aus Mordlust und Heimtücke angeklagt.













