
Prozess um Klima-Blockade - 120 Arbeitsstunden gefordert
n-tv
Zum Auftakt der Sommerferien im Jahr 2023 blockieren zehn Klimaaktivisten den Hamburger Flughafen. Stundenlang können keine Flugzeuge starten. Vor Gericht wird Verständnis für die Aktion geäußert.
Zum Auftakt der Sommerferien im Jahr 2023 blockieren zehn Klimaaktivisten den Hamburger Flughafen. Stundenlang können keine Flugzeuge starten. Vor Gericht wird Verständnis für die Aktion geäußert.
Hamburg (dpa/lno) - Zweieinhalb Jahre nach einer Blockadeaktion von Klimaaktivisten am Hamburger Flughafen muss einer der Beteiligten mit einer geringen Jugendstrafe rechnen - zugleich aber eine hohe Schadenssumme begleichen. Im Prozess gegen das Mitglied der Gruppe "Letzte Generation" vor dem Hamburger Amtsgericht forderte die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung des 21-jährigen Angeklagten zu 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Der Verteidiger forderte Freispruch, das Urteil soll am 7. April verkündet werden.
Am 13. Juli 2023, am ersten Tag der Sommerferien, hatten zehn Aktivisten einen Zaun am Flughafen aufgeschnitten und sich so Zugang zum Gelände verschafft. Mehrere von ihnen klebten sich in der Nähe von Start- und Landebahnen fest. Der Flugverkehr wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft für fast vier Stunden - zwischen 6.00 Uhr und 9.50 Uhr - eingestellt, 68 Flüge wurden annulliert und weitere 14 umgeleitet. Der Flughafen Hamburg GmbH sei ein Schaden von 131.000 Euro entstanden. Weitere 13.000 Euro an Schäden wurden durch die Löcher im Flughafenzaun und das Loslösen der Blockierer vom Asphalt verursacht.
Im November vergangenen Jahres hatte das Landgericht Hamburg bereits einer Zivilklage der Fluggesellschaft Eurowings stattgegeben. Nach der rechtskräftigen Entscheidung müssen die zehn Aktivisten mehr als 400.000 Euro an die Fluggesellschaft zahlen.
Die Flughafengesellschaft will ihren Schaden mit einer eigenen Klage geltend machen. Somit müssen die Beteiligten mit einer Gesamtforderung von über einer halben Million Euro rechnen, wie der Richter im Strafverfahren sagte.













