Pingtok auf TikTok: Wie ein Drogentrend Jugendliche erreicht
ZDF
Auf TikTok kursiert ein neuer Trend, der Jugendliche zum Konsum von Drogen verleitet - mit fatalen Folgen: Wie #pingtok zur Abhängigkeit führt.
Was als Video beginnt, endet im Konsum. Auf TikTok verbreitet sich mit #Pingtok ein Trend, der Jugendliche ungefiltert in eine Welt aus Drogenrausch und Abhängigkeit zieht. Große Pupillen, mahlender Kiefer. Ein Gesicht, sehr jung. Ein paar Sekunden. Dann der nächste Clip. Und der nächste. "Ich weiß, ich sollte es nicht tun, aber ich will lieben und Emma liebt mich", schreibt ein Nutzer unter sein Video. Unter dem Hashtag #Pingtok zeigen Jugendliche auf TikTok ihren Drogenrausch. "Pinging" nennen sie es: auf Ecstasy oder MDMA sein, in der Szene auch "Emma" genannt. Wer kurz stehen bleibt, bekommt mehr davon. So beginnt es auch bei Anna (Name geändert). Sie ist Anfang 20. Als ihr TikTok die Clips zum ersten Mal ausspielt, ist diese Welt neu für sie. "Ich war total schockiert", sagt sie. Sie kommentiert wütend und schaut trotzdem weiter. "Das Interesse wurde einfach geweckt." Was auf dem Bildschirm beginnt, schiebt sich in ihren Alltag. In der Schule wächst der Leistungsdruck. Anna fühlt sich einsam, entwickelt eine Essstörung. Cannabis hilft ihr zunächst beim Abschalten. Später kommen Speed, Ritalin und Ecstasy dazu. Hunger und Gefühle verschwinden. "Mein Alltag bestand darin, dass ich maximal 20 Minuten in der Nacht geschlafen habe. Ich bin aufgestanden, ich habe direkt konsumiert", sagt Anna. Mit 16 ist sie abhängig. Auch Lea (Name geändert), Annas Freundin, rutscht über Pingtok in den Konsum. Erst neugierig, dann regelmäßig. Kokain, Speed, Ritalin - geblieben ist Ecstasy. "Ich habe über Monate sehr viel konsumiert, fast täglich, damit es einfach nicht mehr aufhört", sagt sie. "Damit ich diese Liebe verspüren kann und nicht mehr den Hass oder die Traurigkeit." Sie schwänzt die Schule. Besteht ihr Abitur nicht.
