
Olympias "Moment der Schande" ist ein Sieg für Russland
n-tv
Wut und Tränen: Der Ausschluss des ukrainischen Athleten Wladyslaw Heraskewytsch erregt die Gemüter bei den Olympischen Spielen. Russland freut es. Doch immerhin: Der Mut des Sportlers wird in Erinnerung bleiben - und seine Botschaft hört man nun umso lauter.
Wut und Tränen: Der Ausschluss des ukrainischen Athleten Wladyslaw Heraskewytsch erregt die Gemüter bei den Olympischen Spielen. Russland freut es. Doch immerhin: Der Mut des Sportlers wird in Erinnerung bleiben - und seine Botschaft hört man nun umso lauter.
Kirsty Coventry weinte. Und die Tränen der IOC-Präsidentin waren echt. Sie und ihr Internationales Olympisches Komitee hatten am Donnerstagvormittag eine Entscheidung getroffen, die niemand wollte. Nicht Coventry und schon gar nicht Wladyslaw Heraskewytsch.
Der ukrainische Skeleton-Fahrer wird von den Olympischen Spielen ausgeschlossen. Weil er im Wettkampf am Vormittag, wie bereits zuvor im Training, erneut einen Helm tragen wollte, auf dem Porträts von im Krieg von russischen Soldaten getöteten Sportlern aus der Ukraine zu sehen sind. Aber er durfte nicht. Verstoß gegen Regel 50 der IOC-Charta. Politische Meinungsäußerungen auf dem sportlichen Spielfeld sind untersagt. Ohne Akkreditierung muss er nun sogar das olympische Gelände verlassen.
Das IOC beharrt weiterhin darauf, das Politische aus den Spielen herauszuhalten. Es ist allerdings pure Verzweiflung. Ein Hängen an einer Realität, die es nicht mehr gibt. Die es vielleicht noch nie gegeben hat. Auf der globalen politischen Bühne wird Sport seit Langem, etwa von Gastgeberländern, als Mittel zur Einflussnahme eingesetzt. Ob die Olympischen Winterspiele in Russland (2014) oder China (2022), die Fifa-Weltmeisterschaften in Russland (2018), Katar (2022) oder das bevorstehende Turnier in den USA, Sport ist heute politischer denn je.
Und schon bei diesen Olympischen Spielen, noch vor dem Fall Heraskewytsch, war das Politische präsent auf der Wintersport-Bühne. Die Anwesenheit der US-amerikanischen ICE-Agenten, der Besuch des US-Vizepräsidenten JD Vance, die Pfiffe gegen das israelische Team bei der Eröffnungsfeier, der Auftritt des Rappers Ghali, der für seine propalästinensische Position bekannt ist; all das hatte Reaktionen vorgerufen, die nichts mit dem Sport zu tun haben.

Aktuell scheint es kaum vorstellbar, dass Iran trotz der sportlichen Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 teilnimmt. Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko beginnt in weniger als 100 Tagen. FIFA-Präsident Gianni Infantino aber beschwichtigt nach einem Treffen mit US-Präsident Trump.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada wirft längst ihre Schatten voraus. Besonders die breitbeinige Politik der US-Regierung um Präsident Donald Trump. Diese übt auch Einfluss auf den Sport aus. Das zeigt sich jetzt bei einem Vorfall vor einem Spiel in der nordamerikanischen Champions League.











