
Novartis verdient mehr und wird vorsichtiger
n-tv
Novartis sieht angesichts auslaufender Patente schwierigere Zeiten auf sich zukommen. Die Hoffnung ruht auf neuen Blockbustern sowie einem Zukauf. Für die Aktionäre gibt es kleine Stimmungsmacher.
Novartis sieht angesichts auslaufender Patente schwierigere Zeiten auf sich zukommen. Die Hoffnung ruht auf neuen Blockbustern sowie einem Zukauf. Für die Aktionäre gibt es kleine Stimmungsmacher.
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat dank Verkaufsschlagern wie dem Krebsmittel Kisqali mehr eingenommen und verdient, stellt sich wegen auslaufender Patente jedoch auf ein schwieriges Jahr ein. Demnach rechnet das Unternehmen zu konstanten Wechselkursen mit einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich sowie einem ebenfalls niedrig einstelligen Rückgang des operativen Kerngewinns. 2025 stieg der Umsatz um acht Prozent auf 54,5 Milliarden Dollar, wie Novartis mitteilte. Der operative Kerngewinn legte um zwölf Prozent auf 21,9 Milliarden Dollar zu, währungsbereinigt sogar um 14 Prozent. Die Aktionäre sollen eine auf 3,70 Franken erhöhte Dividende erhalten.
"Wir gehen davon aus, dass wir 2026 weiter wachsen werden, obwohl der bedeutendste Patentablauf in der Geschichte von Novartis bevorsteht", sagte Konzernchef Vas Narasimhan. "Wir sind nach wie vor auf gutem Weg, unsere mittelfristige Prognose zu erfüllen." Bereits im Schlussquartal 2025 bremste der Gegenwind das Wachstum: Der Umsatz ging währungsbereinigt um ein Prozent zurück. Grund ist der zunehmende Wettbewerb durch Nachahmerprodukte für wichtige Medikamente wie das Herzmittel Entresto, dessen Umsatz im vierten Quartal einbrach. Daneben belasteten Preisanpassungen in den USA das Ergebnis.
Um die wegbrechenden Erlöse aufzufangen, setzt Novartis auf eine Reihe neuerer Medikamente. Dazu zählen die Verkaufsschlager Kisqali gegen Brustkrebs, Pluvicto gegen Prostatakrebs und Scemblix gegen Leukämie, die im vierten Quartal hohe zweistellige Zuwachsraten verzeichneten. Zudem will der Konzern seine Pipeline durch milliardenschwere Übernahmen wie die von Avidity Biosciences stärken. Zusätzlichen Einfluss auf die künftige Geschäftsentwicklung hat eine im Dezember getroffene Vereinbarung mit der US-Regierung zur Senkung von Arzneimittelpreisen, deren Auswirkungen in der Prognose bereits berücksichtigt sind.
Für die Aktionäre soll es die 29. Dividendenerhöhung in Folge geben: Der Verwaltungsrat schlägt eine Anhebung um 5,7 Prozent auf 3,70 Franken je Aktie vor. Zudem will der Konzern nach Aktienrückkäufen rund 78 Millionen Aktien vernichten und so das Kapital herabsetzen.

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