
Klarna-Aktie stürzt ab: Das sind die Gründe
Süddeutsche Zeitung
Das schwedische Unternehmen macht 273 Millionen US-Dollar Verlust im Jahr 2025, der Kurs bricht um mehr als 25 Prozent ein. Diese Zahl könnte der Auslöser für den Ausverkauf sein.
Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna galt eigentlich einmal als Star der europäischen Finanzbranche, war zwischenzeitlich das am höchsten bewerteten Fintech Europas. Doch seit dem Börsengang im vergangenen September läuft es einfach nicht mehr. Der Aktienkurs der Firma ist seither um fast 70 Prozent gefallen und am Ende dieser Woche musste Klarna gleich mehrere Hiobsbotschaften verkünden. So lag der Nettoverlust im vierten Quartal des vergangenen Jahres bei 26 Millionen US-Dollar, der Verlust aufs ganze Jahr summierte sich sogar auf mehr als 273 Millionen US-Dollar.
Das straften die Investoren sofort ab und verkauften die Aktie am Freitag reihenweise. Der Kurs brach allein an einem Tag um mehr als 25 Prozent ein und notierte zeitweise unter der Zwölf-Euro-Marke. Zum Börsengang noch lag der Ausgabepreis bei weit über 30 Euro.
Für Klarna sind die neuen Zahlen hart. Immerhin wurde das 2005 von Sebastian Siemiatkowski, Niklas Adalberth und Victor Jacobsson gegründete Start-up zwischenzeitlich als die große europäische Hoffnung im Finanzbereich gehandelt. Das Unternehmen mit dem pinken Logo und prominenten Werbebotschaftern wie dem Rapper Snoop Dogg wurde durch den Hype um „Buy now, pay later“-Angebote bekannt. Bei diesen können Menschen ihre Online-Einkäufe entweder auf Rechnung oder mit Ratenzahlung kaufen. Sie müssen jedenfalls nicht sofort zahlen, sondern erst mit Verzug. Klarna verdient doppelt: Zum einen, weil es die Zahlungen für Händler abwickelt. Zum anderen, weil es die Zinsen aus den Ratenzahlungen der Menschen kassiert.
Verbraucherschützer kritisieren die Angebote regelmäßig. Das Argument: Sie trieben Menschen in die Verschuldung. Klarna hat solche Vorwürfe immer zurückgewiesen, zuletzt aber versucht, vom Image des Buy-now-Pay-Later-Spezialisten zu lösen und stattdessen eine Neobank zu werden, also ein rein digital arbeitendes Geldhaus. Bereits 2020 hatte Klarna ein eigenes Girokonto eingeführt, 2025 dann kam eine eigene Debitkarte dazu.
Junge Erwachsene sind verschuldet wie nie. Klarna, Paypal und Co. machen es ihnen gefährlich leicht.













