
Investor Buffett steigt bei der „New York Times“ ein
Süddeutsche Zeitung
Die Entscheidungen des legendären US-Finanziers gelten vielen als wegweisend. Jetzt setzt er auf das Zeitungs- und Mediengeschäft. Andere Techaktien verkauft er überraschend.
Warren Buffett ist ja nicht irgendein Investor. Der inzwischen 95-Jährige gilt als einer der erfolgreichsten Geldgeber überhaupt, bei vielen hat er Kultstatus. Wenn er oder seine amerikanische Investmentholding Berkshire Hathaway bei einem Unternehmen ein- oder aussteigen, hat das oft Signalwirkung. Hat er da etwas entdeckt, das für gute Renditen und Kursgewinne steht? Das fragen sich dann viele andere Investoren. Auch deshalb lässt die jüngste Pflichtmitteilung von Berkshire Hathaway an die US-Börsenaufsicht SEC aufhorchen.
Der Mitteilung zufolge ist die Gesellschaft von Warren Buffett zurück im Zeitungsgeschäft. Sie hat Anteile an der New York Times gekauft. Berkshire Hathaway hielt den Angaben nach zum Jahresende 2025 etwa fünf Millionen Aktien an dem renommierten Zeitungs- und Nachrichtenhaus. Zusammen haben die einen Wert von etwa 350 Millionen US-Dollar. Die Aktie der New York Times stieg daraufhin.
Das vierte Quartal 2025 war das letzte, in dem Buffett persönlich Vorstandschef von Berkshire Hathaway war. 60 Jahre lang hatte er diesen Posten inne. Zum 1. Januar 2026 übernahm sein Nachfolger Greg Abel die Führung. Aus der jüngsten Mitteilung geht nicht hervor, ob die Investition in die New York Times von Buffett persönlich, seinem Nachfolger Abel oder einem der Portfoliomanager getätigt wurde.
Buffett trägt den Spitznamen das „Orakel von Omaha“, benannt nach seinem Geburtsort im US-Bundesstaat Nebraska. Und egal, ob er das Geld selbst investiert hat oder nicht: Das Signal könnte sein, dass Investitionen in Zeitungs- und Medienhäuser sich jetzt wieder lohnen. Zuletzt gab es da immer wieder Probleme. Der Umstieg vom herkömmlichen Print- zum Digitalgeschäft macht nach wie vor Schwierigkeiten, in den USA genauso wie weltweit. Die Washington Post, neben der New York Times eines der wichtigen politischen Zeitungshäuser in den USA, hat gerade erst einen immensen Abbau von Mitarbeitenden bekannt gegeben. Ganze Abteilungen sollen geschlossen und das publizistische Angebot ausgedünnt werden. Die Washington Post gehört dem Amazon-Gründer Jeff Bezos.
Die Zeitung aus der US-Hauptstadt war lange ein Flaggschiff des amerikanischen Journalismus. Mit dem Milliardär kam die Zensur. Nun folgt ein Kahlschlag: Mehr als jeder dritte Journalist wird entlassen.













