Getöteter Polizist in Völklingen: Prozess beginnt
ZDF
Vor einem halben Jahr wurde im saarländischen Völklingen ein Polizist im Dienst getötet. Nun beginnt der Prozess vor dem Landgericht Saarbrücken.
Ein halbes Jahr nachdem in Völklingen ein Polizist erschossen wurde, ist die Trauer in der Stadt noch immer groß. Am Mittwoch startet der Prozess vor dem Landgericht Saarbrücken. Wenn Stephan Tautz, der Oberbürgermeister von Völklingen, vom Rathaus durch den kleinen Park Richtung Stadt geht, durchquert er einen Tatort. Auf dem Weg sind noch immer die Markierungen zu sehen, wo die Spurensicherung Patronenhülsen und Kugeln gefunden hat. An der Außenwand des Hallenbads zeigt Tautz auf zwei Löcher in der Fassade - es sind Einschusslöcher. "Das sind sichtbare Wunden", sagt Tautz. "Es waren ja nicht nur diese Einschüsse, es waren ja auch Einschüsse im gegenüberliegenden Gebäude." Eine Wunde, die seit letztem Sommer im Herzen der Stadt klafft. Am 21. August 2025 überfällt ein damals 18-Jähriger eine Tankstelle. Er flieht vor der Polizei, Schüsse fallen, ein Polizeioberkommissar stirbt. Was genau passiert ist, soll jetzt der Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichts Saarbrücken zeigen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord und versuchten Mord vor. Laut Anklage hat der heute 19-Jährige die Dienstwaffe eines Polizeianwärters, der gemeinsam mit dem Oberkommissar die Verfolgung aufgenommen hatte, im Zuge eines Gerangels an sich gebracht und auf beide Polizisten geschossen. Weil der Angeklagte auf den Polizeianwärter geschossen haben soll, als dieser bereits auf dem Boden lag, wirft die Staatsanwaltschaft ihm Mordlust vor. Außerdem geht sie davon aus, dass er mit den Schüssen auf die Polizisten den Überfall auf die Tankstelle verdecken wollte. Michael Rehberger verteidigt den Angeklagten. Sein Mandant bereue die Tat und wolle beim Prozessauftakt selbst das Wort ergreifen, sagt Rehberger. Für seine Strategie als Verteidiger seien drei Punkte entscheidend. Der erste sei die Frage, ob Jugendstrafrecht angewandt werde, so Rehberger.













