
Enormer Anstieg sexueller Gewalt – und fast dreimal so viele Morde
Süddeutsche Zeitung
Insgesamt ist die Zahl der polizeilich bekannten Straftaten in München im Jahr 2025 leicht gesunken. Doch gerade im Gewaltbereich sind die Zahlen alarmierend. Und auch die Zahl politisch motivierter Taten steigt.
Die Zahl der Straftaten in München ist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Dies berichtete Polizeipräsident Thomas Hampel bei der Vorstellung des Sicherheitsreports am Freitagnachmittag. Demnach sank die Zahl der polizeilich relevanten Taten von 100 338 auf 98 478, was einem Rückgang von 1,8 Prozent entspricht. Damit bleibt die Stadt leicht hinter dem Trend den ganzen Freistaat betreffend zurück. Hier sank die Kriminalitätsrate um 3,3 Prozent, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bereits am Montag bekanntgab.
Von allen angezeigten Straftaten wurden 62,9 Prozent aufgeklärt, 2,6 Prozent mehr, als im vergangenen Jahr. Dies sei „ein erfreulicher Erfolg für die konsequente Ermittlungsarbeit“, so Polizeipräsident Hampel.
Der Sicherheitsreport ist ebenso wie die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), aus der die Zahlen für Bayern stammen, nur begrenzt aussagekräftig: Sie verzeichnen alle Vorgänge, bei denen die Polizei tätig geworden ist. Wie die Verfahren später ausgehen, ob es zu einer Verurteilung kommt oder sie auf andere Weise beendet werden – Freispruch, Einstellung, Schuldunfähigkeit –, darüber sagen die Statistiken nichts. Dennoch lassen sich anhand der Zahlen im Jahresvergleich Trends und Entwicklungen erkennen.
Am meisten Aufsehen erregt hat gewiss der islamistisch motivierte Anschlag auf einen Demonstrationszug in der Seidlstraße vom 13. Februar 2025. Ein Mann hatte ein Auto von hinten bewusst in die Menschenansammlung gelenkt. 44 Menschen wurden verletzt; eine Frau und ihr zweijähriges Kind starben. Die Hauptverhandlung vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München begann am 16. Januar 2026. Die Anklage wirft dem Angeklagten zweifachen Mord und 44-fachen versuchten Mord vor.
An Tag 16 berichten Zeugen von Flashbacks, psychischen Folgen weit nach dem Anschlag und welche Zufälle sie gerettet haben. Die SZ dokumentiert jeden einzelnen Prozesstag.













