Zu Besuch in Fukushimas Geisterstädten
ZDF
15 Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima sind Teile der Sperrzone wieder zugänglich. Doch viele Menschen in Japan kehren nicht zurück.
Der Iran-Krieg macht das Gedenken in Japan noch wichtiger. Mehr Zonen sind wieder zugänglich, doch viele wollen nicht zurück. Einer ist - gegen alle Regeln - einfach geblieben. Schuhe, die hinter der Eingangstür stehen, als wären sie gerade erst ausgezogen worden - mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Ein Teddybär, der im Eingangsbereich wie wartend auf einem Stuhl sitzt. Ein seit Jahren abgelaufenes Glas mit Kaffeepulver oder ein Kalender aus dem Jahr 2011 an der Wand. An manchen Orten in Fukushima wirkt es immer noch so, als ob vor 15 Jahren die Zeit stehen geblieben wäre, als in Folge eines Seebebens im Pazifik bis zu 15 Meter hohe Tsunami-Wellen Japans Ostküste trafen und im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi eine Kernschmelze auslösten. Immer mehr der Zonen, die im Behördenjapanisch "Gebiete, in die man schwer zurückkehren kann" heißen, sind wieder öffentlich zugänglich. Vorher konnten nur Anwohnerinnen und Anwohner nach vorherigem Antrag rein. Ein Gebiet, das Ende 2025 freigegeben wurde, sieht immer noch aus wie ein Geister-Dorf. Die Häuser sind mit Bauzäunen verstellt, weil die abwesenden Anwohner Angst vor Einbrechern hätten, erklärt ein Security-Mitarbeiter an der Straßenecke. Kein Mensch ist zu sehen, doch plötzlich kommt ein weißes Auto und hält an. Woher der ausländische Besuch komme, will der Mann hinter dem Steuer wissen. Er sei Anwohner und 2025 zurückgekommen, sobald sein Wohngebiet wieder freigegeben wurde, doch das Leben sei schwierig. Das Gelände des japanischen Kernkraftwerks Fukushima Daiichi ist auch 15 Jahre nach dem Tsunami eine komplexe Baustelle mit hochradioaktiven Gefahrenbereichen. Die am meisten beschädigten Reaktorblöcke werden nach und nach mit Gebäudehüllen umbaut.In den Reaktorblöcken 1 und 2 lagern immer noch radioaktive, abgebrannte Brennelemente in den Abklingbecken. Noch komplizierter wird aber die Entfernung des geschmolzenen radioaktiven Materials aus den Blöcken 1,2 und auch 3. Dazu wird mit Drohnen und Robotern die Zerstörung in den Gebäuden noch genauer erfasst.













