Wie gefährlich weitere Angriffe auf Entsalzungsanlagen wären
ZDF
Entsalzungsanlagen sichern im Nahen Osten das Trinkwasser für Millionen. Weitere Angriffe könnten laut Experten dramatische Folgen haben.
Entsalzungsanlagen sichern im Nahen Osten das Trinkwasser für Millionen Menschen. Weitere Angriffe auf diese Anlagen könnten laut Experten dramatische Folgen haben. Angriffe auf Wasseranlagen sind in Kriegen eher selten, haben aber dramatische Folgen. In Bahrain und in Iran berichteten Behörden zuletzt jeweils von einem Angriff auf eine Entsalzungsanlage - solche Einrichtungen sind lebenswichtig für Millionen Menschen im Nahen Osten. Die Wasserökonomin Esther Crauser-Delbourg warnt für den Fall von gezielten Angriffen auf das Wasser vor einem Krieg "der weitaus verheerender ist als der heutige". Der Nahe Osten ist eine der trockensten Gegenden der Welt und deshalb auf Entsalzung zur Wassergewinnung angewiesen. In der Region befinden sich einer Studie der Fachzeitschrift "Nature" zufolge 42 Prozent der weltweiten Entsalzungskapazitäten. In den Vereinigten Arabischen Emiraten stammen 42 Prozent des Trinkwassers aus solchen Anlagen, in Kuwait sind es 90 Prozent, im Oman 86 Prozent und in Saudi-Arabien 70 Prozent, wie aus einer Studie des französischen Forschungsinstituts Ifri hervorgeht. 2008 veröffentlichte die Webseite "Wikileaks" ein diplomatisches Dokument der USA, demzufolge Saudi-Arabiens Hauptstadt "Riad innerhalb einer Woche evakuiert werden müsste", falls die für die Stadt zuständige Entsalzungsanlage von Dschubail oder deren Ölleitungen "schwer beschädigt oder zerstört" würden. Im Jahr 2010 hieß es in einer Analyse des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, dass die "Störung der Entsalzungseinrichtungen in der Mehrheit der arabischen Länder schwerwiegendere Folgen haben könnte als der Verlust jeder anderen Industrie oder jedes anderen Rohstoffs".













