Trumps Pakt mit der Datenkrake Palantir
ZDF
Vom Betrugsschutz bei Paypal zur Regierungssoftware: Palantir und Peter Thiel profitieren von Milliardenverträgen. Sie sorgen auch für Kritik.
Das Software-Unternehmen Palantir arbeitet eng mit der US-Regierung zusammen und profitiert von Milliardendeals und minimaler Regulierung. Ein Datenimperium im Dienst der Macht? Entwickelt, um Terroristen aufzuspüren, heute eine Datenkrake im Dienst von Donald Trumps Abschiebepolitik: die Software Palantir. Was nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA als visionäres Werkzeug zur nationalen Sicherheit begann, hat sich zu einem der mächtigsten und umstrittensten Technologieunternehmen der Welt entwickelt. Das zeigt die ZDFinfo-Dokumentation "Die Akte Trump - Macht der Tech-Giganten". Die Software wird teilweise auch von der deutschen Polizei genutzt, zum Beispiel in Hessen und Bayern. Gegründet von Peter Thiel ist Palantir heute in den Apparat der US-Regierung eingebettet. Das führt auf der einen Seite zu immensem Reichtum, auf der anderen zu heftiger Kritik. 13 ehemalige Palantir-Mitarbeitende schrieben im Mai 2025 in einem offenen Brief: Die Wurzeln von Palantir liegen im Tech-Boom des Silicon Valley Anfang des Jahrtausends. eBay kaufte damals den Bezahldienst Paypal für 1,5 Milliarden US-Dollar. Den hatte einst Peter Thiel mit seiner Firma Confinity gegründet und später mit X.com von Elon Musk fusioniert. Thiel und Musk investierten das Geld in neue Projekte: Musk beteiligte sich an Tesla und gründete das Raumfahrtunternehmen SpaceX, Thiel investierte in Facebook und gründete Palantir. Die Kernidee für Palantir entstand als direkte Reaktion auf die Anschläge von 9/11: Eine Technologie, die ursprünglich zur Aufdeckung von Betrug beim Bezahldienstleister Paypal diente, sollte nun zur Terrorabwehr eingesetzt werden. Diese Software konnte Personendaten mit Transaktionsdaten verknüpfen und so Muster erkennen, die für Sicherheitsbehörden wertvoll waren. Der entscheidende Durchbruch gelang 2005, als die CIA während der Bush-Regierung zwei Millionen Dollar in das junge Unternehmen investierte. Seither folgten weitere Regierungsaufträge von bis zu zehn Milliarden Dollar.













