Bundeswehr trainiert Versorgung verwundeter Soldaten
ZDF
Stresstest für den Ernstfall: Die Bundeswehr übt in Berlin die Versorgung Hunderter verletzter Soldaten. Auch zivile Partner beteiligen sich.
Stresstest für den Nato-Bündnisfall: Die Bundeswehr übt in Berlin die Versorgung Hunderter verletzter Soldaten. Auch zivile Partner beteiligen sich an der Übung "Medic Quadriga". Um im Ernstfall eine große Zahl verwundeter Soldaten versorgen zu können, will Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit Hilfsorganisationen und zivilen Krankenhäusern ausbauen. Nur Militär und zivile Stellen zusammen könnten diese Aufgabe bewerkstelligen, sagte der SPD-Politiker in Berlin bei der Übung "Medic Quadriga 2026". Mit der großangelegten Übung trainiert die Bundeswehr noch bis diesen Samstag die Rettung Hunderter Verwundeter aus Kämpfen an der Ostflanke der Nato und ihre Behandlung in deutschen Krankenhäusern. Es handele sich um die größte Übung des Bundeswehrsanitätswesens seit Jahrzehnten, sagte Pistorius. Insgesamt seien 1.250 Menschen beteiligt, darunter 1.000 Soldatinnen und Soldaten und rund 250 Zivil-Experten. Für die Übung wurden in einer Halle Zelte als Annahmestelle für Schauspieler mit simulierten Verletzungen wie aus einem Kampfeinsatz aufgebaut. Im Fall eines russischen Angriffs rechnet die Nato in einem hochintensiven Gefecht mit etwa 1.000 Verwundeten. Diese Zahl wurde auch bei der Übung genannt. Sie bedeute, dass binnen weniger Wochen 35.000 Krankenhausbetten zur Behandlung von Soldaten bereit sein müssten. Ob und wie das Gesundheitssystem eine solche Lage bewältigen könnte, ist bisher unklar - Militärs wie Zivilisten erwarten wichtige Erkenntnisse von der Übung. Ein wichtiges IT-System musste für die große Zahl von Intensivpatienten bereits umprogrammiert werden; deutlich wurde auch, dass einige nach deutscher Verwaltungspraxis aufgestellte Regeln hinderlich sind.













