
Wenn die Luxus-Handtasche nur 27 Euro kostet
n-tv
Mit Rabattschlachten werben Chinas Unternehmen um Kunden. Vor allem das Second-Hand-Segment boomt und zeigt ein neues Preisbewusstsein der krisengeplagten Mittelschicht. In Peking fürchtet man sich bereits vor einem Preisverfall auf breiter Front.
Mandy Li gönnt sich hin und wieder eine Handtasche einer Luxusmarke. Die Angestellte einer Energiefirma in China hat ihr Einkaufsverhalten aber verändert, seit ihr staatlicher Arbeitgeber das Gehalt um zehn Prozent gekürzt hat und die Immobilien ihrer Familie die Hälfte ihres Wertes eingebüßt haben: Statt nagelneuer Taschen kauft sie nur noch gebrauchte.
"Ich schränke die großen Ausgaben ein", sagt die 28-jährige Li, während sie in Pekings erst vor wenigen Wochen eröffnetem Secondhand-Laden Super Zhuanzhuan nach Luxusartikeln stöbert. "Die Wirtschaft befindet sich definitiv im Abschwung", begründet sie ihr Ausweichen auf Gebrauchtes. "Das Vermögen meiner Familie ist durch die Immobilienkrise, mit der China seit 2021 zu kämpfen hat, stark geschrumpft."
