
Viecherl, altes Handwerk – und nebenbei ganz viel neues Wissen
Süddeutsche Zeitung
In den zahlreichen Freilichtmuseen in Bayern wird das frühere Leben auf dem Land lebendig. Dieses war oftmals alles andere als idyllisch. Dafür kann man in den Open-Air-Ausstellungen auch als Familie heute eine vergnügliche Zeit verbringen.
Ganz weit oben in Bayern liegt Fladungen, im nördlichsten Zipfel von Unterfranken. Eine Gegend, die jahrhundertelang kein Durchgangsgebiet war, wie es die Museumsleiterin einmal formulierte, und die zudem lange an der Grenze zu Thüringen lag. Abgeschieden also, weswegen mehr Gebäude erhalten blieben als anderswo. Mehr als 20 Bauten, Höfe, Mühlen, eine Büttnerei, ein Brauhaus und ein Gemeinschaftskühlhaus sind zu sehen.
Außerdem gibt es eine geweihte Kirche, wer möchte, kann sogar dort heiraten – und danach im Museumswirtshaus „Zum Schwarzen Adler“ feiern. An ausgewählten Sonn- und Feiertagen können Besucher mit dem Rhön-Zügle aus Mellrichstadt ins Museum fahren, die Strecke endet am denkmalgeschützten Bahnhof von Fladungen. Mit ihren Dampf- oder Dieselloks und historischen Waggons befördert die Bahn wie vor 100 Jahren Passagiere durch das obere Streutal.
Bei verschiedenen Mitmachprogrammen können Besucherinnen und Besucher das frühere Leben im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen selbst nachempfinden. In jeder Saison stehen Themenführungen und Sonderveranstaltungen rund um Handwerk, Kulinarisches, Flora & Fauna, Musik, Film und Theater auf dem Programm.
Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.
Im 15. Jahrhundert haben die Bewohner des Dorfs Mönchsondheim ihre Kirche mit einem Ring aus Gebäuden umgeben, um dort im Falle eines Angriffs Zuflucht zu finden. Gleichzeitig nutzten sie die Neubauten als Lager für Kartoffeln, Wein und Getreide. Heute ist Mönchsondheim ein Stadtteil von Iphofen und die Kirchenburg ist Teil eines ungewöhnlichen Freilichtmuseums: Anders als sonst gibt es keinen Zaun, die Kirche wird schließlich noch immer genutzt.





