
"Verschwörungsszene setzt auf Naidoo als Galionsfigur"
n-tv
Am Samstag will Xavier Naidoo eine "Kinderschutz"-Demo in Berlin anführen. Die jüngsten Auftritte des Sängers und die Namen seiner Mitstreiter zeigen: Naidoo ist zurück in der Verschwörungsblase - zur Freude interessierter Dritter.
Am Samstag will Xavier Naidoo eine "Kinderschutz"-Demo in Berlin anführen. Die jüngsten Auftritte des Sängers und die Namen seiner Mitstreiter zeigen: Naidoo ist zurück in der Verschwörungsblase - zur Freude interessierter Dritter.
Jürgen Elsässer kann sein Glück kaum fassen. Der Auftritt des Sängers Xavier Naidoo bei einer für Samstag angemeldeten Demonstration in Berlin sei "wirklich eine einmalige Sache", schwärmt der Herausgeber des rechtsextremistischen "Compact"-Magazins. "Zum ersten Mal lässt er sich einbinden und ist im Grunde der Promotor von so einer Demonstration", sagt Elsässer auf dem Youtube-Kanal seines Blatts. Naidoo ruft per Video zur Teilnahme auf, soll in Berlin angeblich auch singen - und kehrt sehenden Auges zurück in den Schoß der Verschwörungsunternehmer und Rechtsextremisten, von denen er sich doch angeblich abgewandt hatte.
Die an der Siegessäule startende Versammlung fordert "die Aufklärung möglicher deutscher Verbindungen im internationalen Epstein-Komplex". Hintergrund ist die Veröffentlichung der Ermittlungsakten zum hundertfachen sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch den US-Finanzmanager Jeffrey Epstein. Angebliche Hinweise auf Verbindungen Epsteins nach Deutschland halten einschlägige Influencer, Verschwörungsaktivisten und Teile des rechtsextremistischen AfD-Vorfelds in Atem.
Das Institut Cemas, das Extremismus und Verschwörungserzählungen im Internet beobachtet, stellt eine im deutschen Sprachraum hochkochende Debatte fest: "Die Szene hatte sich schon vorher für Epstein interessiert, auch wegen dessen Kontakten zu Bill Clinton, seit Veröffentlichung der Akten ist das Thema aber noch mal merklich hochgegangen", sagt Cemas-Geschäftsführer Josef Holnburger.
Bislang haben deutsche Medien kaum über Epsteins Kontakte nach Deutschland berichtet, die Auswertung der mehr als drei Millionen Seiten samt Tausenden Namen ist aufwendig. Für die Netzakteure gilt die Hürde journalistischer Recherche nicht: "Sie zählen Namen auf, die sie in den Akten gefunden haben, obwohl sich darin viele Menschen wiederfinden, die mit Epstein nicht direkt zu tun hatten", sagt Holnburger.

Der Iran-Krieg macht sich in Europa längst nicht nur an der Tankstelle bemerkbar. Auf einem britischen Militärstützpunkt in Zypern schlägt vergangene Woche eine Shahed-Drohne ein. Der europäische Inselstaat ist alarmiert - und streitet über die ausländische Militärpräsenz und den Schutzschirm der Nato.












