
So stark trifft der Ölpreisschock die deutsche Wirtschaft
n-tv
Die Inflationsrate dürfte infolge des Iran-Kriegs wieder deutlich steigen - ein neues Risiko für die seit Jahren schwächelnde Konjunktur. Selbst wenn sich die Energiepreise bald wieder erholen, ist den deutschen Unternehmen zusätzlicher Gegenwind garantiert.
Die Inflationsrate dürfte infolge des Iran-Kriegs wieder deutlich steigen - ein neues Risiko für die seit Jahren schwächelnde Konjunktur. Selbst wenn sich die Energiepreise bald wieder erholen, ist den deutschen Unternehmen zusätzlicher Gegenwind garantiert.
Der Ölpreisschock wird die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung von Ökonomen wertvolles Wachstum kosten. Mindestens 0,2 und bei anhaltend hohen Energiepreisen 0,4 Prozentpunkte, wie Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser ntv.de vorrechnet. Vor allem die Industrie dürfte einen weiteren Rückschlag erleiden. Auf die Verbraucher könnten wieder deutliche Preiserhöhungen zukommen.
Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordsee-Sorte Brent war zeitweise um bis zu 29 Prozent auf fast 120 Dollar gestiegen. Die US-Sorte WTI verteuerte sich um bis zu 21 Prozent auf ebenfalls knapp 120 Dollar. Die Teuerung seit Beginn des Iran-Kriegs vor gut einer Woche belief sich damit vorübergehend auf fast 60, bei WTI-Öl sogar knapp 70 Prozent. Denn die Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus bleibt praktisch geschlossen, einige große Ölproduzenten am Golf haben begonnen, ihre Förderung zu drosseln.
Die akute Panik an den Finanzmärkten zu Handelsbeginn am Morgen hat sich zwar inzwischen etwas gelegt. Konjunkturexperten gehen zudem davon aus, dass die Preise für Öl und Gas innerhalb der nächsten Wochen weiter zurückgehen, wie sie ntv.de mitteilten. Doch auch ein solch kurzfristiger Energiepreisanstieg würde das hiesige Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um 0,2 Prozentpunkte schmälern, wie Ifo-Konjunkturchef Wollmershäuser und RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt vorrechnen. Das Ifo erwartet daher nur noch 0,8 Prozent Wachstum in diesem und 1,2 Prozent im nächsten Jahr.
"Die direktesten Folgen spüren die Verbraucher bereits an den Tankstellen", sagt Schmidt. "Aber auch die Industrie wird die Verteuerung von Öl und Gas schnell spüren. Dabei trifft es erneut die energieintensive Industrie, die bereits unter dem Gaspreisanstieg des Jahres 2022 massiv gelitten hatte." Von dem damaligen Kostenschock infolge von Russlands Angriff auf die Ukraine hätten sich viele Unternehmen noch nicht erholt.

Der Anstieg der Öl- und Gaspreise fällt laut dem DIW deutlich geringer aus als nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Doch Autofahrer spüren den Iran-Krieg längst an der Tankstelle. Wie sehr er die deutsche Konjunktur belastet, bewerten Ökonomen unterschiedlich. Vor allem ein Punkt macht ihnen Sorgen.

Ugur Sahin und Özlem Türeci entwickelten mit dem von ihnen gegründeten Unternehmen Biontech in der Corona-Pandemie einen Impfstoff. Doch bis Ende des Jahres soll für sie beim Biotechnologie-Konzern in Mainz Schluss sein. Sie haben neue Pläne, bei denen sie erneut mRNA-Technologien einbringen wollen.











