
Reeder schickt Tanker trotz Lebensgefahr durch die Straße von Hormus
n-tv
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen. Mehrere Seeleute starben bei iranischen Angriffen. Den wenigen Reedern, die bereit sind, ihre Schiffe und Besatzungen dieser Gefahr auszusetzen, winken Rekordgewinne.
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen. Mehrere Seeleute starben bei iranischen Angriffen. Den wenigen Reedern, die bereit sind, ihre Schiffe und Besatzungen dieser Gefahr auszusetzen, winken Rekordgewinne.
Mindestens neunmal hat der Iran seit Beginn des Kriegs bereits zivile Handelsschiffe im Persischen Golf und in der Straße von Hormus angegriffen. Die Drohung der Revolutionsgarden, dass sie jedes Schiff "verbrennen" werden, deren Besatzung die vom Iran verhängte Blockade der wichtigen Wasserstraße durchbricht, ist blutiger Ernst. Mindestens drei Seeleute starben bei Angriffen auf ihre Schiffe. In der Folge stoppten fast alle internationalen Reedereien ihre Fahrten durch die Meerenge. Die meisten Versicherer entzogen allen Schiffen, die dennoch in das vom Iran bedrohte Gebiet einfahren, den Schutz.
Der Schiffsverkehr brach mit Kriegsbeginn ein - von weit über 100 Durchfahrten der Straße von Hormus pro Tag auf weniger als eine Handvoll pro Tag - allerdings nicht auf null. Berichten zufolge sind es vor allem Reeder und Auftraggeber aus China, die davon ausgehen, dass ihre Schiffe aufgrund der Allianz zwischen den beiden Ländern nicht von iranischen Kräften angegriffen werden. Daneben sollen weiterhin vereinzelt Schiffe der iranischen Schattenflotte unterwegs sein, die unter anderem sanktioniertes Öl transportieren.
Alle anderen Schiffe, die in normalen Zeiten Tag für Tag unter anderem ein Fünftel des global verbrauchten Öls und Gases aus der Golfregion in die ganze Welt transportieren, stauen sich seit Kriegsbeginn auf beiden Seiten der Straße von Hormus. Unterschiedlichen Zählungen zufolge liegen mehr als 200 Tanker und über 150 Containerschiffe in der Region vor Anker, da die Durchfahrt für Menschen und Fracht an Bord zu riskant ist.
Allerdings gibt es Ausnahmen, einige weniger Reeder gehen dieses Risiko weiter ein. Zahlen dazu gibt es nicht, nur einzelne Beobachtungen: So hielt sich der Supertanker "Athina" der griechischen Reederei Dynacom Tankers am Samstagmorgen noch südöstlich der Straße von Hormus auf, als er seinen Transponder abschaltete. Kommerzielle Schiffe müssen ununterbrochen mithilfe dieser Transponder ihren Standort und Daten zur Identität des Schiffs senden. Die Besatzung der "Athina" stellte dieses Gerät offenbar aus. Am Nachmittag erschien der Tanker wieder auf den Bildschirmen - im Persischen Golf auf der anderen Seite der Straße von Hormus.













