
Rechenzentren pochen auf vergünstigten Strompreis
n-tv
In den USA sind Rechenzentren verantwortlich für explodierende Strompreise. Zugleich sind sie das digitale Rückgrat vieler Unternehmen. In einem Gutachten im Auftrag von Bitkom kommen Juristen daher wie Telekom-Chef Höttgen zum Schluss: Rechenzentren haben einen vergünstigten Strompreis verdient.
In den USA sind Rechenzentren verantwortlich für explodierende Strompreise. Zugleich sind sie das digitale Rückgrat vieler Unternehmen. In einem Gutachten im Auftrag von Bitkom kommen Juristen daher wie Telekom-Chef Höttgen zum Schluss: Rechenzentren haben einen vergünstigten Strompreis verdient.
Rechenzentren haben Juristen zufolge Anspruch auf einen vergünstigten Strompreis. Die Entlastung sei nicht nur europarechtlich zulässig, sondern notwendig, ergab ein Gutachten im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. "Wenn die EU industrielle Verlagerungen verhindern will, muss sie auch die digitale Basis dieser Industrie absichern", sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Ohne leistungsfähige Rechenzentren funktioniere eine moderne Produktion nicht.
Die Europäische Union wolle energieintensive Unternehmen mit niedrigeren Strompreisen halten, heißt es in dem Gutachten. Rechenzentren seien in der entsprechenden Liste der betroffenen Branchen zwar nicht aufgeführt, gehörten jedoch zu einer Basisinfrastruktur: Der Verzicht auf eine Strompreisentlastung für Cloud-Anbieter könne den Wettbewerb verzerren.
Die Juristen warnen vor einem Dominoeffekt: Entstehen Rechenzentren primär im außereuropäischen Ausland, geraten demzufolge heimische Unternehmen in Abhängigkeit. Im Rahmen einer sogenannten Adhäsionsmigration könnten sie ihren Rechenzentren folgen, um höhere Datenrisiken oder geopolitische Unsicherheiten zu verringern, heißt es. "Wenn wir nicht handeln und Rechenzentren bei den Strompreisentlastungen berücksichtigen, droht der schrittweise Verlust zentraler Teile unserer digitalen Infrastruktur", sagt Bitkom-Chef Wintergerst.
Den Angaben des Verbands zufolge entfällt die Hälfte der Betriebskosten eines Rechenzentrums auf die Energieversorgung. Aktuell verbrauchen Server in Deutschland etwa 21 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr. Bis 2030 werde dieser Wert auf rund 30 Milliarden steigen. Dies entspricht in etwa dem Fünffachen des aktuellen Energiebedarfs der Stadt Frankfurt.













