Nach Kritik: Berlinale-Chefin Tuttle darf vorerst bleiben
ZDF
Bei der diesjährigen Berlinale ließ sich Intendantin Tuttle mit Palästina-Demonstranten ablichten. Dafür soll sie doch nicht abberufen werden.
Entgegen vorheriger Berichte hält Kulturstaatsminister Weimer an Berlinale-Chefin Tricia Tuttle fest. Die Krise ist vertagt - doch wie viel Politik hält ein Bundesfestival aus? Wolfram Weimer und der Aufsichtsrat der KBB, der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin, halten vorerst an Berlinale-Chefin Tricia Tuttle fest, so eine Pressemitteilung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Die "Bild"-Zeitung hatte im Vorfeld der Sitzung behauptet, der Staatsminister werde Tuttle feuern. Das löste einen Sturm der Entrüstung aus. Hunderte Filmschaffende, darunter der Gewinner des Goldenen Bären, Ilker Çatak, und Regisseur Tom Tykwer protestierten, israelische Filmemacher zeigten sich solidarisch mit Tuttle, dazu die Deutsche Filmakademie und der Deutsche Kulturrat. Auch mehr als 500 Berlinale-Mitarbeiter, so ein Statement, "stehen voll und ganz hinter der großartigen Tricia Tuttle als unserer Intendantin". Es gibt aber auch das Gerücht, Tricia Tuttle habe keine Lust mehr auf ihren Job. Das könnte damit zu tun haben, dass die Politisierung des Festivals zunehmend zur Last wird. Während Solidarität mit der Ukraine und der Bevölkerung im Iran mehrheitsfähig sind, spaltet der Nahost-Konflikt. Tuttle wurde zu Anfang der Berlinale von prominenten Schauspielern wie Javier Bardem und Tilda Swinton Zensur vorgeworfen, das Festival gebe propalästinensischen Stimmen keinen Raum. Was nicht stimmt. Auf der Abschluss-Gala hatte der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib, der für seinen Film "Chronicles From The Siege" den Preis für das beste Film-Debüt bekam, die Plattform Berlinale genutzt. Er warf der deutschen Regierung vor, mitschuldig am "Genozid Israels in Gaza" zu sein. Außerdem sagte er:













