Ehepaar mit Down-Syndrom: "Dranbleiben - nicht aufgeben!"
ZDF
Alleine leben, arbeiten, einen Partner haben - das wird Menschen mit Behinderung oft nicht zugetraut. Ein Paar mit Down-Syndrom zeigt: es geht.
Alleine leben, selber arbeiten, eine Partnerschaft haben - all das wird Menschen mit Behinderung oft nicht zugetraut. Einem jungen Paar mit Down-Syndrom ist es gelungen. Hanna und Silas Gaub haben sich ihren Traum erfüllt: Heiraten. Was für andere ganz normal klingt, war für die beiden jungen Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet etwas Besonderes. Die 24-jährige Hanna und der 25-jährige Silas haben das Down-Syndrom. Die Veränderung, dass das 21. Chromosom dreimal vorkommt (Trisomie 21), bewirkt, dass alles im Körper etwas langsamer funktioniert. Vom Laufen bis hin zum Lernen. Wie trotzdem ein gutes Leben gelingen kann, zeigt das junge Paar mit Mut und Freude im Alltag. Hanna und Silas wohnen seit rund einem Jahr zusammen: "Ich bin seine Frau jetzt", sagt Hanna stolz und erinnert sich an den Beginn ihrer Beziehung vor fast sechs Jahren. Silas wiederum liebt Hannas Lachen. Die beiden verstehen sich. 2024 verloben sie sich, ein Jahr später folgt die kirchliche Trauung. Eine "Traumhochzeit", wie Hannah erzählt. Sie im Brautkleid und Silas im hellblauen Anzug: "wie der Himmel". Silas ergänzt, sie hätten sich "sehr gefreut", dass so viele Leute bei der Hochzeit gewesen seien. Nur sehr wenige Menschen mit Trisomie 21 wagen bisher diesen Schritt. Und viele trauen ihnen den auch nicht zu. Ebenso wenig wie selbstständiges Wohnen und Arbeiten. Silas und Hanna zeigen, dass es funktionieren kann. Sie wohnen alleine in einem Haus, gehen einkaufen, kochen zusammen. Auch wenn sie bei der Hausarbeit, dem Umgang mit Geld oder Behörden etwas Hilfe brauchen. "Wir sind eigentlich ganz positiv überrascht, dass es so gut geht mit der Unterstützung auch durch einen ambulanten Pflegedienst", berichtet Silas' Mutter Gisela Gaub. Zur Arbeit fahren Hanna und Silas mit Bus und Bahn. Sie sind beide berufstätig. Keine Selbstverständlichkeit für Menschen mit Trisomie 21 - erst recht nicht mit nicht behinderten Menschen zusammen in einem Betrieb. Dabei bedeutet dies vor allem Wertschätzung, wie Hannas Chef erklärt.













