
Molkereichef hält Butterpreis oben und warnt vor "gefährlichem Preiskampf"
n-tv
Butter ist gerade so günstig wie lange nicht. 99 Cent kostet ein Päckchen im Supermarkt. Doch dieser Preis hat Folgen, warnt Molkereichef Pointner. Sein Betrieb bleibt deshalb bei dem mehr als doppelt so hohen Verkaufspreis.
Butter ist gerade so günstig wie lange nicht. 99 Cent kostet ein Päckchen im Supermarkt. Doch dieser Preis hat Folgen, warnt Molkereichef Pointner. Sein Betrieb bleibt deshalb bei dem mehr als doppelt so hohen Verkaufspreis.
Die Molkerei Berchtesgadener Land wird ihren Butterpreis, der regulär bei 2,59 Euro pro 250-Gramm-Packung liegt, entgegen dem Trend nicht senken. Das kündigt Molkereichef Bernhard Pointner im "Spiegel" an. "Der Preiskampf um Grundnahrungsmittel ist gefährlich und führt zu ökonomischen Schieflagen", sagte er dem Magazin mit Blick auf Konkurrenten, die ihre Butter derzeit für 99 Cent anbieten. "Am grundsätzlichen Preisniveau wollen wir festhalten."
Er verstehe den Preisdruck, dem Konsumenten ausgesetzt seien. "Wer Miete zahlt, teuer tankt, der sieht beim Einkauf Sparpotenzial", sagte Pointner. Allerdings, gab er zu bedenken, kosten ein Päckchen Butter und ein Liter Milch derzeit fast dasselbe. "Um 250 Gramm Butter zu produzieren, benötigt man jedoch mehr als fünf Liter Milch." Wenn Bauern ihre Milch an Butterproduzenten abgeben, die das Streichfett dann zum selben Preis wie einen Karton Milch anbieten, stürze das die Erzeuger in eine gefährliche wirtschaftliche Lage.
Die Milchhöfe hätten vor kurzem noch etwa 60 Cent von den Verarbeitungsbetrieben erhalten. Inzwischen sei der Preis "auf teils die Hälfte abgestürzt". Der Milchexperte erklärte: "Wenn der Milchpreis mal um 10 oder 15 Cent schwankt, kann man das mit Rücklagen abfedern, Halbierungen jedoch kaum." Pointners Molkerei zahle brutto noch 45 Cent, netto "mehr als 50 Cent", für einen Liter Milch. Damit will die Molkerei Berchtesgadener Land "Bauern vor extremen Schwankungen schützen und gemeinsam durch diese Krise gehen", wie es Pointner nannte.
Damit sein Unternehmen den bayerischen und österreichischen Alpen-Milchbetrieben derartige Preise zahlen könne, müsse der Butterpreis oben bleiben. Anrufe von Händlern oder Kunden, dass das Unternehmen mit den Preisen heruntergehen soll, bekäme Berchtesgadener Land nicht. Im Gegenteil: "Wir können unsere Stammkunden bei der Marke halten", führte Pointner aus. Zudem seien die Supermärkte und andere Händler "froh, wenn sich Markenartikel abheben". Mit Butter für 99 Cent je Päckchen käme kein Lebensmittelhändler klar, sagte der Molkereichef.

Ugur Sahin und Özlem Türeci entwickelten mit dem von ihnen gegründeten Unternehmen Biontech in der Corona-Pandemie einen Impfstoff. Doch bis Ende des Jahres soll für sie beim Biotechnologie-Konzern in Mainz Schluss sein. Sie haben neue Pläne, bei denen sie erneut mRNA-Technologien einbringen wollen.












