Milliardengeschäft mit Abnehmspritzen - bleibt das so?
ZDF
Wegovy, Ozempic und Mounjaro sind die Namen von Abnehmenspritzen. Sie werden von zwei Konzernen produziert - und die verdienen damit Milliarden.
Abnehm-Medikamente verändern das Leben vieler Patienten. Als Umsatztreiber spülen sie Milliarden in die Kassen von Novo Nordisk und Eli Lilly. Warum die Preise hoch bleiben werden. Die Abnehmspritze gilt als Gamechanger für Menschen mit starkem Übergewicht und trifft auf einen riesigen potenziellen Markt: 53,5 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind übergewichtig, 19 Prozent sogar adipös. Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach den Spritzen, die Abhilfe schaffen sollen. Die Wirkstoffe in den Spritzen sorgen unter anderem für ein längeres Sättigungsgefühl und sind so ein Hilfsmittel für Menschen, die mit Diät und Sport allein nicht abnehmen konnten. Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk gilt als Pionier der Abnehmspritzen. Bereits 1990 forschte das Unternehmen an einem Wirkstoff zur Diabetesbehandlung. 2017 brachte Novo Nordisk schließlich "Ozempic" mit dem Wirkstoff Semaglutid auf den Markt. Ein Medikament zur Behandlung von Diabetes, das als Nebeneffekt zu deutlicher Gewichtsabnahme führte. Weltweit entstand ein Hype, auch unter Menschen ohne Diabetes, der zu Lieferengpässen führte. Novo Nordisk führte daraufhin mit "Wegovy" ein Präparat mit demselben Wirkstoff speziell für Adipositas ein. Der Umsatz des Unternehmens stieg von ca. 15 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 38,9 Milliarden Euro im Jahr 2024. Zwischenzeitlich war Novo Nordisk das wertvollste börsennotierte Unternehmen Europas, mit spürbarem Effekt auf das dänische Wirtschaftswachstum. Konkurrenz kommt aus den USA vom Pharmakonzern Eli Lilly. Mit der Abnehmspritze "Mounjaro" und dem eigenen Wirkstoff Tirzepatid sicherte sich das Unternehmen einen großen Marktanteil. 2024 erzielte Eli Lilly 43,4 Milliarden Euro Umsatz und wurde zum wertvollsten Pharmakonzern der Welt. Der Wettbewerb zwischen den Herstellern und ihren Abnehmspritzen ist intensiv. Studien zeigen eine stärkere Gewichtsabnahme mit Tirzepatid im Vergleich zu Semaglutid. Unter anderem als Reaktion auf die Studienergebnisse und negativ ausfallende Jahresprognosen halbierte sich der Aktienwert von Novo Nordisk im Laufe des Jahres 2025.













