Italien nach Olympia: Was bleibt, wenn die Welt abreist
ZDF
Die Olympischen Spiele in Italien enden. Athleten und viele Freiwillige verlassen die Metropolregion. Was bleibt, sind nicht nur Erinnerungen.
Nicht nur Medaillen prägen das Ende der Olympischen Winterspiele. Zwischen Ehrenamt, Handwerk und kultureller Identität zeigt sich, was bleibt, wenn die Welt wieder abreist. 16 Tage lang bestimmten Sprachen aus aller Welt das Bild rund um die Wettkampfstätten in Mailand, Cortina und Livigno. Nun reisen nicht nur Kamerateams und Athleten ab. Auch Tausende "Volontari" aus 98 Nationen treten die Heimreise an. Die freiwilligen Helfer empfingen Medienvertreter, wiesen Zuschauern den Weg und sorgten dafür, dass Sportler rechtzeitig an den Start kamen. Silvia Marchetti, Volunteer Engagement Manager, lobte ihren Einsatz gegenüber ZDFheute: "Die Freiwilligen sind die Freude der Olympischen Spiele. Wir setzen auf ihre Energie, auf ihr Lächeln und auf die Idee, alle, die zu den Spielen kommen, willkommen zu heißen." Für den 18-jährigen Freiwilligen Michele aus Brescia bei Mailand war sofort klar, dass er Teil der Winterspiele in seiner Heimat sein wollte: "Auch wegen der Werte, die diese Spiele in die Welt tragen." Abseits der Arenen arbeitet im Antholzer Tal ein Handwerksbetrieb an Biathlon-Gewehren. Holzbauer Rudolf Bachmann fertigt Gewehrschäfte, detailgenau angepasst an Profis wie an Amateursportler. Er steht exemplarisch für regionales Know-how, bei dem Erfahrung auf Innovation trifft. Zum Biathlon kam er eher zufällig: "Bei den Rennen passieren auch manchmal Stürze und dann war niemand im Dorf, der reparieren wollte. Und dann kam die Frage: Warum baust du nicht selbst einen Schaft?" So entwickelte der Tüftler Gewehrschäfte aus Carbon - einem besonders leichten und sehr stabilen Hightech-Material - und beliefert inzwischen Athleten aus aller Welt, darunter auch Olympia-Teilnehmer. Bei den Olympischen Winterspielen wurde seine Arbeit nun erstmals auf der größten Bühne des Biathlons sichtbar. Die Olympischen Spiele fanden in einer Region statt, die seit Jahrhunderten kultureller Schnittpunkt ist. In fünf Dolomitentälern leben ladinische Gemeinden - eine sprachliche Minderheit mit eigener Tradition und Geschichte. "Im Jahr 1000 beschlossen einheimische Familien, ihre privaten Grundstücke zu einem gemeinsamen Besitz zusammenzufassen, in dem alle Pflichten und Rechte hatten, um in dieser Bergregion gut überleben zu können", sagt Elsa Zardini, Präsidentin der "Union de i Ladis de Anpezo", im Gespräch mit ZDFheute.













