
Hoffnung auf Iran-Kriegsende treibt US-Börsen an
n-tv
Die Aussicht auf eine Deeskalation im Konflikt mit dem Iran beflügelt die Kurse an der Wall Street. Doch der Brentpreis bleibt oberhalb der Marke von 100 Dollar. Bei den Einzelwerten gibt es Bewegung bei den Chipkonzernen.
Die Aussicht auf eine Deeskalation im Konflikt mit dem Iran beflügelt die Kurse an der Wall Street. Doch der Brentpreis bleibt oberhalb der Marke von 100 Dollar. Bei den Einzelwerten gibt es Bewegung bei den Chipkonzernen.
Die "Trump-Rally" hat die US-Börsen am Mittwoch noch weiter nach oben getragen. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,5 Prozent auf 46.566 Punkte. Der S&P-500 kletterte um 0,7 Prozent und der Nasdaq-Composite um 1,2 Prozent. An der Nyse wurden 1.841 (Dienstag: 2.148) Kursgewinner gesehen, denen 930 (625) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 37 (54) Titel. Mit der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs hatte die Wall Street bereits am Vortag deutliche Aufschläge verzeichnet.
"Wenn man das Gesamtbild betrachtet, ist es eindeutig noch zu früh, um schon jetzt 'Entwarnung' zu geben. Marktteilnehmer werden konkrete Fortschritte in Richtung Deeskalation sehen wollen, und nicht nur positiv klingende Rhetorik, bevor sie das Risikoniveau wesentlich erhöhen", warnte Marktstratege Michael Brown von Pepperstone vor übertriebener Euphorie.
Die bestehende Skepsis konnte man auch an der Ölpreisentwicklung ablesen. Der marktführende Kontrakt für Brent rutschte im Verlauf deutlicher unter die Marke von 100 Dollar. Zum Ende des US-Handels notierte der Brentpreis zwar immer noch 2,9 Prozent im Minus, mit 100,92 Dollar aber wieder oberhalb der Marke von 100 Dollar - und dies, obwohl die Nachrichtenlage eher für einen sinkenden Ölpreis sprach. Denn die US-Rohölvorräte waren in der vergangenen Woche überraschend deutlich gestiegen. Zudem bereiten sich einem Bericht des Wall Street Journal zufolge die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) darauf vor, den USA und anderen Verbündeten zu helfen, die Straße von Hormus mit Gewalt zu öffnen.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg um 2 Basispunkte auf 4,33 Prozent. Die Hoffnungen auf eine Beruhigung bei den Ölpreisen und in der Folge bei den Inflationserwartungen bremsten die Renditen. Allerdings bleibt die Wiederöffnung der Straße von Hormus für eine längerfristige Beruhigung entscheidend. Eine Wiedereröffnung wäre wahrscheinlich erforderlich, um stärkere Verluste des Dollar auszulösen, mutmaßt ING-Analyst Francesco Pesole. "Wir sind der Meinung, dass mehr Klarheit und ein Zeitplan für eine Wiederöffnung der Straße eine notwendige Bedingung dafür sind, dass der Dollar-Index wieder auf die Tiefststände vom 23. März zurückfällt", so Pesole. Doch büßte der Dollar-Index mit den Deeskalationssignalen schon jetzt 0,4 Prozent ein - der Greenback verlor an Zuspruch als "sicherer Anlegerhafen". Gold profitierte von der Dollar-Schwäche, die Feinunze verteuerte sich um 2 Prozent.












