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Chemiewerk Leuna "in letzter Minute" gerettet

Chemiewerk Leuna "in letzter Minute" gerettet

n-tv
Wednesday, April 01, 2026 10:31:34 AM UTC

Eigentlich hätte das Chemiewerk in Leuna im Januar stillgelegt werden müssen. Doch es war zu kalt - was den Beschäftigten jetzt zupasskommt.

Eigentlich hätte das Chemiewerk in Leuna im Januar stillgelegt werden müssen. Doch es war zu kalt - was den Beschäftigten jetzt zupasskommt.

Die drohende Stilllegung des Chemiewerks in Leuna in Sachsen-Anhalt ist abgewendet. Das Werk Domo Caproleuna wurde an eine neu gegründete Auffanggesellschaft übertragen, wie Insolvenzverwalter Lucas Flöther mitteilte.

Domo in Leuna ist einer von drei deutschen Standorten des belgischen Chemieunternehmens Domo Chemicals. Dort wird vor allem Kunststoff hergestellt, der unter anderem in der Autoindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikbranche weiterverarbeitet wird. Die neue Erwerbergesellschaft übernimmt den Angaben zufolge den Standort und die Immobilie in Leuna sowie 436 der zuletzt rund 500 Beschäftigten.

Die deutsche Chemieindustrie steckt seit Jahren in der Flaute: Ihr machen teure Energie, US-Zölle, die schwache Konjunktur und Überkapazitäten am Weltmarkt zu schaffen. Der Iran-Krieg hat die noch Lage verschärft, denn die energieintensive Chemie ist vom Anstieg der Öl- und Gaspreise besonders betroffen. Konzerne wie BASF haben bereits Sparmaßnahmen samt Stellenabbau verkündet und teils Anlagen stillgelegt. Das belastet auch das sogenannte Chemiedreieck in Sachsen-Anhalt, in dem sich eine Zulieferindustrie etabliert hat.

"Das war eine Rettung in letzter Minute in einem in jeder Hinsicht ungewöhnlichen Verfahren", sagte Insolvenzverwalter Flöther, der den Geschäftsbetrieb seit Ende Dezember fortführt. Weil im Unternehmen kein Geld für die Finanzierung des laufenden Betriebs vorhanden gewesen sei, hätte das Chemiewerk unter normalen Umständen im Januar stillgelegt werden müssen.

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