Gipfel in Brüssel: Keine Entwarnung für Europa
ZDF
Der Anlass des Gipfels hatte sich in Luft aufgelöst: Trumps angedrohte Zölle und der Grönland-Konflikt. Entspannt war in Brüssel dennoch niemand.
Der Anlass des Gipfels hatte sich in Luft aufgelöst: Trump hatte die Zölle gegen einige EU-Länder zurückgezogen, den Grönland-Konflikt abgeräumt. Entspannt war in Brüssel niemand. Der akute Druck war erstmal raus. Die EU Staats- und Regierungschefs mussten sich nicht eilig entscheiden, ob sie etwa die Handels-Bazooka zücken - das schärfste Schwert im Zollstreit. Denn der Zollstreit ist erstmal abgeräumt. Aber wie lange der Frieden anhält, das weiß niemand. Und so nutzten die Europäer diesen Abend auch, um sich neu zu sortieren in Sachen Unabhängigkeit von den USA. Als der Zollstreit zwischen der EU und den USA im vergangenen Jahr tobte, hatte Europa sich noch schwer getan mit scharfen Maßnahmen und Einigkeit. Auch dieses Mal gab es Unterschiede in der angestrebten Gangart: Emmanuel Macron etwa angriffslustig, Friedrich Merz moderierend, Giorgia Meloni zurückhaltend. Und doch entstand das Gefühl einer geeinten und starken Gesamtstrategie der EU, einer Antwort auf Donald Trump, die mehr Selbstbewusstsein ausstrahlte. Dass das womöglich zur Deeskalation der Lage beigetragen hat, haben die Europäer in ihrer Manöverkritik festgestellt. Und an dieser Haltung will man möglichst festhalten für kommende Zollstreitigkeiten. Denn jeder in Brüssel ist sich klar: Trump könnte jeden Tag erneut mit Zolldrohungen um die Ecke kommen. Zunächst mal will die EU aber den am Mittwoch durch das Europaparlament eingefrorenen Zolldeal mit den USA wieder in Kraft setzen. Um nicht selbst Anlass für einen erneuten Handelskrieg zu liefern. In der Grönland-Frage stand Europa die ganze Zeit sehr geschlossen an der Seite Dänemarks und Grönlands. Das Abkommen mit den USA begrüßen die Europäer - schon weil es so aussieht, als werde die Souveränität Dänemarks und Grönlands vorerst nicht mehr angetastet. Und dass die Nato die Arktis nun besser schützen soll, das fordern auch die Europäer schon lange.













