
"Geld wird während einer Trennung ständig zum Machtmittel"
n-tv
Wenn die Ehe scheitert, wird Geld oft zur Waffe. Konten werden leer geräumt, gerade Frauen droht der finanzielle Absturz. Anwältin Sandra Günther erklärt im Interview, warum blindes Vertrauen fatal endet und welche Schritte Frauen gehen müssen – von der Beleg-Sicherung bis zum Notgroschen.
Wenn die Ehe scheitert, wird Geld oft zur Waffe. Konten werden leer geräumt, gerade Frauen droht der finanzielle Absturz. Anwältin Sandra Günther erklärt im Interview, warum blindes Vertrauen fatal endet und welche Schritte Frauen gehen müssen – von der Beleg-Sicherung bis zum Notgroschen.
ntv.de: Wenn eine Frau begreift, dass ihre Ehe definitiv am Ende ist: Was sind die drei wichtigsten juristischen Schritte, die sie noch vor einem klärenden Gespräch mit dem Partner angehen sollte?
Sandra Günther: Zunächst sollte man ehrlich in sich hineinspüren und prüfen, ob man diesen Schritt wirklich gehen möchte – unabhängig von den vielen gut gemeinten Ratschlägen von außen. Entscheidend ist, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Im nächsten Schritt geht es um die praktische Seite: Wie sieht die finanzielle Situation aus? Gibt es einen Notgroschen, um eine Übergangszeit zu überbrücken? Auch organisatorische Fragen sollten vorab geklärt werden: Wer zieht aus? Welche Möbel werden mitgenommen? Wo werden die Kinder leben? Wer diese Punkte vorher überblickt, kann ruhig und respektvoll darlegen, wie er sich die Zukunft vorstellt.
Oft herrscht die Hoffnung: "Wir waren 20 Jahre zusammen, er würde mich nie hängen lassen." Wie gefährlich ist diese Gutgläubigkeit zu Beginn einer Trennung?
Es ist eher selten, dass Menschen zu mir kommen und keine Angst haben, im Fall einer Trennung "hängengelassen" zu werden – meistens ist es genau umgekehrt. Viele fürchten, dass der Partner sagt: "Dann gibt es eben kein Geld mehr", die Kreditkarte sperrt, sie aus dem Haus drängt oder damit droht, die Kinder bei sich zu behalten und keinen Unterhalt zu zahlen. Diese Sorge vor einem finanziellen Absturz ist oft sehr groß. Ich probiere, meine Mandantinnen so aufzustellen, dass sie diese Angst verlieren. Es geht darum, ihnen Sicherheit zu geben und Wege aufzuzeigen, wie sie finanziell abgesichert sind. Niemand steht am Ende völlig ohne Unterstützung da. Und wer über Eigentum verfügt, hat ohnehin andere Möglichkeiten und Voraussetzungen.













