
Das sind die wahren Gründe für den Edelmetall-Crash
n-tv
Wenn die Kurse fallen, suchen Märkte nach Erklärungen. Im Fall von Gold und Silber war sie schnell gefunden: die mögliche Ernennung eines neuen Fed-Chefs. Ein Edelmetallexperte ist skeptisch. Er hält das Narrativ für wenig belastbar. Was steckt tatsächlich hinter dem Preisrutsch?
Wenn die Kurse fallen, suchen Märkte nach Erklärungen. Im Fall von Gold und Silber war sie schnell gefunden: die mögliche Ernennung eines neuen Fed-Chefs. Ein Edelmetallexperte ist skeptisch. Er hält das Narrativ für wenig belastbar. Was steckt tatsächlich hinter dem Preisrutsch?
Der Sturz kam abrupt. Nach einem historischen Höhenflug fielen Gold- und Silberpreise innerhalb weniger Tage deutlich. An den Märkten hält sich seitdem eine Erklärung hartnäckig: Die mögliche Nominierung von Kevin Warsh als neuer Chef der US-Notenbank durch US-Präsident Donald Trump habe die Korrektur ausgelöst.
Der Edelmetallexperte Robert Vitye widerspricht. Ihm zufolge greift diese Lesart zu kurz. Er ordnet das Geschehen anders ein. Die Korrektur habe bereits eingesetzt, bevor Trump Warsh offiziell ins Spiel brachte, sagt Vitye im Wirtschaftspodcast "Brichta & Bell". Gold und Silber seien zuvor nahezu exponentiell gestiegen, die Märkte entsprechend überhitzt gewesen: "Wir haben es mit einer klassischen Überkauftheit zu tun gehabt."
In solchen Phasen reiche oft ein einzelner Impuls, um eine Verkaufswelle auszulösen, sagt Vitye. Anschließend beginnt ihm zufolge die Suche nach simplen Erklärungen: politischen Schlagzeilen.
Der Edelmetallexperte macht stattdessen gleich mehrere Ursachen für den jüngsten Absturz aus. Dazu gehört auch die Struktur der Edelmetallmärkte selbst. Die kurzfristige Preisbildung findet vorwiegend an den Terminmärkten statt, insbesondere an der US-Börse Comex. Dort dominieren kreditfinanzierte Positionen. Höhere Sicherheitsanforderungen der Börse, algorithmischer Handel und technische Faktoren hätten die Abwärtsbewegung zusätzlich beschleunigt, sagt Viyte. Er spricht von einer typischen Verkaufskaskade, wie sie in stark gehebelten Märkten immer wieder zu beobachten sei.

Ugur Sahin und Özlem Türeci entwickelten mit dem von ihnen gegründeten Unternehmen Biontech in der Corona-Pandemie einen Impfstoff. Doch bis Ende des Jahres soll für sie beim Biotechnologie-Konzern in Mainz Schluss sein. Sie haben neue Pläne, bei denen sie erneut mRNA-Technologien einbringen wollen.












