
Bundesbankvorstand warnt vor Kettenreaktion an den Märkten
n-tv
Hohe Bewertungen, wachsende Schulden und geopolitische Risiken - die Bundesbank hält das Finanzsystem für anfälliger, als viele glauben. Vorstandsmitglied Michael Theurer erklärt, wo er die größten Gefahren sieht und warum schon kleine Auslöser heftige Turbulenzen verursachen könnten.
Hohe Bewertungen, wachsende Schulden und geopolitische Risiken - die Bundesbank hält das Finanzsystem für anfälliger, als viele glauben. Vorstandsmitglied Michael Theurer erklärt, wo er die größten Gefahren sieht und warum schon kleine Auslöser heftige Turbulenzen verursachen könnten.
Die Warnung kommt nicht von einem Crash-Propheten, sondern von einer Institution, die Stabilität sichern soll: der Bundesbank. Aufmerksam beobachtet Vorstandsmitglied Michael Theurer die Kombination aus hohen Bewertungen und großem Optimismus. Ihm zufolge gehen die Märkte derzeit nicht davon aus, dass Kurse stark fallen oder Risikoaufschläge deutlich steigen könnten. Genau darin liegt allerdings die Gefahr: "Enttäuschungen könnten zu erheblichen Kursverlusten führen", sagt Theurer im Podcast "Brichta & Bell".
Die Warnung ist deutlich: Das Finanzsystem wirkt robust, unter der Oberfläche ist es dennoch verwundbar. Die Bundesbank hält vorwiegend sich selbst verstärkende Stimmungsumschwünge für problematisch. Aus zunächst normalen Kursverlusten könne rasch eine Dynamik entstehen, die sich verselbstständigt, sagt Theurer. "Wenn es dann zu Panikverkäufen kommt, setzt sich eine Abwärtsspirale in Gang. Es gibt ein Risiko plötzlicher Marktpreiskorrekturen."
Gefährlich ist, dass solche Entwicklungen nicht auf Börsen beschränkt sind. In einem global vernetzten Finanzsystem können Schocks schnell übertragen werden. "Spürbare Auswirkungen auch auf das deutsche Finanzsystem können wir nicht ausschließen", sagt Theurer.
Ein strukturelles Problem sieht der Bundesbandvorstand darin, dass Wendepunkte kaum prognostizierbar sind. "Wann der Kipppunkt erreicht ist, ist bei Märkten generell nicht vorauszusagen." Das erschwere es Politik, Aufsicht und Investoren gleichermaßen, rechtzeitig gegenzusteuern.













