
Abverkauf der Techwerte - platzt jetzt die KI-Blase?
n-tv
Teils zweistellige Kursverluste bringen die Sorge vor einer KI-Blase zurück. Kapitalmarktexperten raten, das eigene Portfolio zu diversifizieren.
Teils zweistellige Kursverluste bringen die Sorge vor einer KI-Blase zurück. Kapitalmarktexperten raten, das eigene Portfolio zu diversifizieren.
Unter Anlegern geht wieder die KI-Angst um. Der Ausverkauf von US-Aktien hat auch die asiatischen Börsen erfasst. In Südkorea wurde der Handel kurz nach Beginn sogar ausgesetzt, weil der wichtigste Index Kospi um fünf Prozent eingebrochen war. Hierzulande sind die Dax-Gewinne seit Jahresbeginn schon wieder aufgezehrt.
Analysten der Deutschen Bank sehen in der Kurskorrektur bei US-Software-Aktien ein ähnliches Muster wie im Jahr 2000, als die Dotcom-Blase zu platzen begann. Kapitalmarktstratege Stefan Riße sieht ebenfalls extreme Überbewertungen und damit eine KI-Blase an der Börse, auch wenn die Techkonzerne nicht so stark überbewertet seien wie die Internetfirmen in den 2000er Jahren. Aufgeblasen seien die Werte etwa durch den großen Anteil von Privatanlegern in den USA, sagt Riße von der Acatis Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft im Gespräch mit ntv.de. Heftige Kursrutsche seien möglich, wie 2022. In dem Jahr hatte der technologielastige Nasdaq-Index ein Drittel verloren. "Die Blase hat vielleicht gerade angefangen zu platzen", meint Riße.
Fondsmanager David Wehner dagegen findet nach den Verwerfungen der vergangenen Tage zwar die Frage berechtigt, ob es sich nun um das Platzen einer Blase handelt. Seine Antwort lautet jedoch: Nein. "Vielmehr handelt es sich um eine notwendige und gesunde Korrektur innerhalb eines weiterhin intakten Trends", sagt Wehner von FGTC Investment ntv.de. "Langfristig orientierte Investoren sollten unbedingt Ruhe bewahren und diese Kursrücksetzer aktiv nutzen."
Der Kapitalmarkt hegt schon länger Zweifel, ob sich die gigantischen Investitionen der Techriesen in KI am Ende auszahlen werden. Das führt dazu, dass zurzeit nicht einmal mehr gute Unternehmenszahlen zu steigenden Kursen führen, wenn gleichzeitig unerwartet hohe Investitionen angekündigt werden. Jüngstes Beispiel ist Amazon, dessen Aktien im nachbörslichen Handel zeitweise um 11,5 Prozent abstürzten. Der Online-Riese hatte angekündigt, seine Investitionsausgaben in diesem Jahr um mehr als die Hälfte zu erhöhen: Rund 200 Milliarden US-Dollar sollen unter anderem in KI, Chips, Robotik und Satelliten fließen. Der Gewinn betrug im vergangenen Quartal unterm Strich rund 21 Milliarden Dollar.

Ugur Sahin und Özlem Türeci entwickelten mit dem von ihnen gegründeten Unternehmen Biontech in der Corona-Pandemie einen Impfstoff. Doch bis Ende des Jahres soll für sie beim Biotechnologie-Konzern in Mainz Schluss sein. Sie haben neue Pläne, bei denen sie erneut mRNA-Technologien einbringen wollen.












