Ökonom Fuest warnt vor einer "Gefahr der Eskalation"
ZDF
Vor dem Hintergrund von Trumps Zoll-Drohungen muss Europa laut Clemens Fuest an seiner Unabhängigkeit arbeiten. In Gegenzöllen sieht eine Gefahr.
Vor dem Hintergrund der Zoll-Drohungen Trumps muss Europa laut Clemens Fuest an seiner Unabhängigkeit arbeiten. In möglichen Gegenzöllen sieht er die "Gefahr einer Eskalation". Nach Einschätzungen des Ökonomen Clemens Fuest muss Europa intensiver und schneller als bisher an seiner Unabhängigkeit arbeiten: "Es gibt immer noch zu viele in Deutschland und Europa, die sagen: 'Naja, wenn Trump einmal weg ist, dann wird alles wieder so wie vorher'". Es spreche jedoch vieles dafür, dass nichts werde wie vorher, betonte der Präsident des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung bei ZDFheute live. Umso mehr müsse die Europäische Agenda ernst genommen und "nationale Egoismen" überwunden werden. Zuvor hatte sich die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einer Rede zum Konflikt um Grönland und den von US-Präsident Trump angekündigten Zöllen geäußert. Von der Leyens Rede ist aus Sicht des Ökonomen als "Versuch" zu verstehen, "eine Art Doppelstrategie zu fahren", heißt: zu verhandeln und gleichzeitig zu sagen: "Europa kann sich auch wehren." Schließlich hätten die Europäer kein Interesse an einer Eskalation. Fuest ordnete ein: Die Rede der EU-Kommissionspräsidentin habe aber auch gezeigt, dass Europa seine "Abhängigkeit von den Amerikanern reduzieren" wolle, was Fuest erst einmal als "ein sehr gutes Signal" wertet. Auch wenn es Bewegung gebe, sei Europa aber "immer noch komplett abhängig" von den USA, etwa bei Militär oder Digitalisierung - Bereiche, an denen laut Fuest nun gearbeitet werden müsse. Was mögliche Gegenzölle der EU als Reaktion auf Donald Trumps Grönland-Drohungen betrifft, warnt Fuest vor der "Gefahr einer Eskalation" mit den USA. Nach Schätzungen des ifo-Instituts würden die angekündigten US-Zölle die deutschen Exporte "um ungefähr 0,5 Prozent noch einmal vom aktuellen Niveau senken". Das könne man zwar nicht gebrauchen, wäre dem Experten zufolge "aber im Prinzip noch auszuhalten". Auf eine EU-Antwort mit Gegenzöllen könnten womöglich dann wieder die USA mit höheren Zöllen reagieren.













