
Was vom CDU-Parteitag bleibt
Süddeutsche Zeitung
Wie steht Friedrich Merz in seiner Partei da? Was wird aus der „Lifestyle-Teilzeit“, und wie stabil ist die Brandmauer? Antworten auf die wichtigsten Fragen nach dem CDU-Parteitag.
An diesem Montag kehrt Bundeskanzler Friedrich Merz als frisch wiedergewählter Bundesvorsitzender der CDU in den Regierungsalltag zurück. Mit 91,2 Prozent hat ihn der Parteitag in Stuttgart am Freitag im Amt bestätigt – ein besseres Wahlergebnis als bei seiner Wiederwahl 2024, als Merz auf 89,9 Prozent kam.
Bevor er schon am Dienstagabend zu seiner nächsten Kanzlerreise aufbricht, dieses Mal nach China, stellt sich die Frage: Welche Nachwirkungen wird der Parteitag haben?
Geht Merz gestärkt aus dem Parteitag hervor?
Ja. Der Unmut, den es in Teilen der Partei durchaus gibt, schimmerte in Stuttgart nur sehr gelegentlich durch. Die Junge Union (JU) etwa blieb bei ihrer Kritik am Koalitionspartner SPD und ihrer Forderung nach beherzteren Reformen des Sozialsystems. Die allermeisten Delegierten aber folgten der Argumentation des Kanzlers. Merz verwies auf die schwierige Weltlage und die sich daraus ergebende Verantwortung. Zur Koalition mit den Sozialdemokraten gebe es keine Alternative.
Sowohl sein Wahlergebnis als auch der überwiegend harmonische Verlauf des Parteitages stärken die Stellung des Kanzlers in der Partei, aber auch in der Koalition. Vizekanzler Lars Klingbeil ist seit seiner Wiederwahl als SPD-Co-Vorsitzender mit nur 64,9 Prozent angeschlagen, und auch Markus Söder hat vergangenes Jahr mit 83,6 Prozent sein bisher schlechtestes Ergebnis als CSU-Chef eingefahren. Das Problem des Kanzlers bleibt aber seine Unbeliebtheit in der Bevölkerung: In Umfragen schneidet er hier mittlerweile sogar schlechter ab als einst sein sozialdemokratischer Vorgänger Olaf Scholz.













