Warum immer mehr Frauen ihre Eizellen einfrieren lassen
ZDF
Was hat es mit Social Freezing auf sich? Warum immer mehr Frauen ihre Eizellen einfrieren lassen - und auf welche Faktoren es dabei ankommt.
Immer mehr Frauen lassen ihre jungen Eizellen einfrieren, um später Mutter werden zu können. Besonders Akademikerinnen mit Kinderwunsch nutzen das Verfahren. Julia Bösch ist Anfang 30, eine erfolgreiche Unternehmerin in der Online-Modebranche, als sie beginnt über Kinder nachzudenken. Einen Partner hat sie damals nicht. Sie entschließt sich zum Social Freezing. Heißt: ohne medizinischen Grund werden nach einer Hormonbehandlung unter Narkose mehrere Eizellen entnommen. Diese sind jung und oft hochwertig und werden dann bei minus 196 Grad gelagert. Sie können Jahre später aufgetaut und befruchtet in die Gebärmutter eingesetzt werden. Bei maximal rund 45 Jahren liegt dann das Alter, in dem Frauen mit diesen jungen Eizellen noch schwanger werden könnten. Julia Bösch lernt noch während des Social Freezing-Prozesses ihren jetzigen Mann kennen. Die beiden bekommen mit den eingefrorenen Eizellen ein gesundes Kind. Schon ab 30 nimmt bei den Frauen Anzahl und Qualität der Eizellen ab, ab 35 geht die Kurve steil nach unten. Und mit Ende 30 werden nur noch fünf Prozent aller Frauen in einem Zyklus problemlos schwanger. Ein enges Zeitfenster also besonders für Frauen mit langer Ausbildung - ein Thema, das in Deutschland immer relevanter wird. Das merkt auch Dr. Julia Holtschmidt in der Pan-Klinik in Köln. Die Reproduktionsmedizinerin registriert ein deutlich wachsendes Interesse am Social Freezing, wohl auch weil Influencer mit Millionen Followern das Thema publik machen. Die Patientinnen, die kommen seien oft in großer seelischer Not. Trotzdem ist Social Freezing ein Tabuthema in Deutschland. In Großbritannien und in den USA zum Beispiel wird das Thema viel offener diskutiert. In den USA bieten Firmen, wie zum Beispiel Google oder Apple, auch Zuschüsse an zum Social Freezing für ihre Mitarbeiterinnen.













