Tiefe Einblicke in eine kontroverse Freundschaft
ZDF
Woody Allen und Jeffrey Epstein wurden beide des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Die Epstein-Files geben Einblicke in ihre enge Freundschaft.
Woody Allen und Jeffrey Epstein wurden beide des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Wie die Epstein-Files nahelegen, verbrachten die beiden Männer regelmäßig Zeit miteinander. Im Jahr 2015 reiste US-Filmemacher Woody Allen in die US-Hauptstadt Washington, um sich zusammen mit seiner Frau Soon-Yi Previn das Weiße Haus anzuschauen. Möglich gemacht hatte das sein Freund Jeffrey Epstein, der seine Beziehungen zu einer Beraterin des damaligen Präsidenten Barack Obama spielen ließ. Dass der Sexualstraftäter eine Freundschaft mit dem Regisseur und Schauspieler pflegte, ist seit Jahren bekannt. E-Mails, die in dem riesigen Datenberg enthalten sind, den das US-Justizministerium zuletzt zum Fall Epstein publik machte, gewähren jedoch bislang unbekannte Einblicke in die Beziehung der beiden Männer. Der heute 90 Jahre alte Allen, seine Frau und Epstein waren Nachbarn in New York. Sie aßen oft gemeinsam zu Abend, wie aus einigen der mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten hervorgeht, die das Justizministerium Ende Januar zusammen mit Tausenden Videos und weit mehr als 100.000 Fotos veröffentlichte. Die beiden Männer leisteten einander emotionalen Beistand in Zeiten, in denen sie in Medien kritisiert wurden. Und sie tauschten sich über Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens aus, die gegen sie erhoben wurden - angeblich zu Unrecht, wie sie einander versicherten. "Könntest Du Soon Yi das Weiße Haus zeigen", schrieb Epstein, dessen Schriftwechsel häufig mit Rechtschreibfehlern gespickt waren, im Mai 2015 an die damalige Regierungsberaterin Kathy Ruemmler. "Ich nehme an, Woody wäre politisch zu heikel?" Ruemmler antwortete: "Ich bin sicher, dass ich beiden das Weiße Haus zeigen kann." Sie zweifelte jedoch an, dass auch Epstein Zugang zum Amtssitz des Präsidenten erhalten könnte, der sich im Jahr 2008 schuldig bekannt hatte, eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet zu haben. "Du bist politisch zu brisant, denke ich", fügte sie hinzu.













