
Mitbewohnerin beim Duschen gefilmt - 26-Jähriger verurteilt
n-tv
Mehrere Frauen sollen beim Duschen in einer Wiesbadener WG heimlich gefilmt worden sein - von einem Mitbewohner. Nun fiel das Urteil gegen einen 26-Jährigen.
Mehrere Frauen sollen beim Duschen in einer Wiesbadener WG heimlich gefilmt worden sein - von einem Mitbewohner. Nun fiel das Urteil gegen einen 26-Jährigen.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Er soll seine Mitbewohnerinnen beim Duschen in einer Wiesbadener WG heimlich gefilmt haben - mit einer als Radiowecker getarnten Kamera. Das Amtsgericht Wiesbaden verurteilte einen 26-Jährigen wegen dieser Vorwürfe zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu je 65 Euro. Die Richterin hielt es dem Angeklagten zugute, dass er die Taten gestanden hatte. Zudem habe er ernsthafte Reue gezeigt.
Das Ganze täte ihm zutiefst leid, sagte der 26-Jährige. Durch eine Psychotherapie sei ihm inzwischen bewusst geworden, wie rücksichtslos das gewesen sei. Es sei ihm weniger um den sexuellen Aspekt gegangen, sondern mehr um Kontrollzwang im Zusammenhang mit Frauen, sagte er. "Etwas zu haben, was man sonst nicht bekommt." Der Angeklagte erschien mit Sonnenbrille und Maske im Gerichtssaal, die Mütze tief ins Gesicht gezogen. Wenn Betroffene als Zeugin aussagten, wandte er den Blick ab.
Er wurde wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und der Persönlichkeitsrechte verurteilt. Der Angeklagte war der Hauptmieter der Wiesbadener WG. Mehrere Betroffene traten vor Gericht als Nebenklägerinnen auf.
Eine 23-Jährige sagte als Zeugin, der Angeklagte sei ihr von Anfang an unangenehm aufgefallen - wegen zahlreicher sexualisierter Bemerkungen gegenüber Frauen. Das Geschehene empfinde sie als "maximal ekelhaft", ergänzte sie. Bis heute habe sie große Vertrauensprobleme. Sie habe die Selbstbestimmung über den eigenen Körper unfreiwillig verloren, sagte die Studentin. Eine von der Verteidigung des Angeklagten angebotene Entschuldigung des 26-Jährigen lehnte sie ab.

Ihre Namen stehen in den Epstein-Akten, doch von dessen Taten wollen viele Eliten nichts mitbekommen haben. Andere Persönlichkeiten haben es schwerer, eine Mitwisserschaft zu bestreiten. Laut den aktuellen Unterlagen setzten sie sich mit den Vorwürfen gegen den Sexualstraftäter auseinander, um Rat und Trost zu spenden.

Vor einer Woche veröffentlicht das US-Justizministerium mehr als drei Millionen weitere Dokumente zum Fall Epstein. Deren Auswertung bringt neue, schreckliche Details ans Licht. Deutsche Sicherheitspolitiker appellieren an Staatsanwaltschaften und Bundesregierung, den Datensatz genauer zu durchleuchten.











