
Mineralölbranche pflichtet Reiches Warnung vor Spritknappheit bei
n-tv
Geht den Tankstellen infolge des Iran-Kriegs bald das Benzin aus? Wirtschaftsministerin Reiche spricht von "Knappheiten" möglicherweise schon Ende April. Der Verband der Mineralölkonzerne hält diese Warnung für berechtigt. Für die kommenden Monate ist Deutschland allerdings gut gerüstet.
Geht den Tankstellen infolge des Iran-Kriegs bald das Benzin aus? Wirtschaftsministerin Reiche spricht von "Knappheiten" möglicherweise schon Ende April. Der Verband der Mineralölkonzerne hält diese Warnung für berechtigt. Für die kommenden Monate ist Deutschland allerdings gut gerüstet.
Die Bundesrepublik hat schon drei schwere Energiekrisen erlebt: die erste Ölkrise am Anfang der 1970er Jahre, die zweite an deren Ende und zuletzt die Energiekrise 2022 infolge des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Stark steigende Preise für Benzin und Diesel waren die Folge. Zum Äußersten kam es allerdings nie: dass Kraftstoffe nicht nur teurer, sondern physisch wirklich knapp wurden.
Doch genau davor warnt nun die Bundeswirtschaftsministerin, sollte der Iran-Krieg andauern und die Blockade der Straße von Hormus Bestand haben. "Noch sehen wir keine Knappheiten beim Volumen, aber wenn der Konflikt nicht endet, rechnen wir damit vermutlich Ende April oder im Mai", sagte Katherina Reiche auf einer Konferenz in den USA. Droht Deutschlands Tankstellen damit zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte das Benzin auszugehen?
Auf Nachfrage von ntv.de präzisiert das Wirtschaftsministerium die Warnung der Ministerin. Diese habe sich auf ein "Worst-Case-Szenario aus unverminderter militärischer Auseinandersetzung im Nahen Osten in Verbindung mit einer dauerhaften Unpassierbarkeit der Straße von Hormus bezogen", teilte eine Sprecherin mit. Das Ministerium beobachte die Entwicklung genau. Rohöl komme weiter ungehindert nach Deutschland etwa aus Kasachstan und Norwegen. "Unsere Lieferketten funktionieren", so die Ministeriumssprecherin. "Wir sehen keine physischen Engpässe in Deutschland."
Selbst für den Fall, dass sich die Lage im Nahen Osten nicht schnell entspanne, sei Deutschland vorbereitet. Das Ministerium verweist auf Deutschlands strategische Reserven, die für 90 Tage ohne jegliche Lieferung aus dem Ausland ausreichen. Dass Teile dieser im Rahmen einer gemeinsamen Aktion der Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur freigegeben wurden, bedeute nicht, dass die entsprechenden Mengen komplett auf dem Markt angeboten worden seien. Die Reserve sei "noch sehr gut vorhanden".













