Mercosur-Abkommen: Was soll die Freihandelszone bringen?
ZDF
Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten wurde beschlossen. Was bedeutet es für die Wirtschaft der EU und Deutschlands?
Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten wird endlich unterzeichnet. Was bedeutet es für die Wirtschaft in Europa und in Deutschland? Schneckentempo ist Höchstgeschwindigkeit dagegen: Nach 25 Jahren zäher Verhandlungen wird mit dem Mercosur-Abkommen nun ein Wirtschaftsraum verbunden, der über 700 Millionen Verbraucher umfasst. Der größte Freihandelsraum weltweit. Laut Handelsökonom Gabriel Felbermayr war es allerhöchste Eisenbahn: "Die EU ist nicht mehr der wichtigste Handelspartner Südamerikas. Das war einmal. Wir sind längst von China überholt worden." Das Abkommen ist auch ein eindeutiger Fingerzeig gegen die protektionistische Zollpolitik von Donald Trump. Denn es beinhaltet alles, wofür westliche Handelspolitik steht. Im Kern sieht der Deal zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay nämlich den Wegfall der meisten Zölle vor. Die EU-Kommission verspricht sich davon eine Steigerung der EU-Exporte in die südamerikanischen Länder von bis zu 39 Prozent. Dadurch könnten 440.000 Jobs in Europa entstehen. Bei vielen der - oft kleinen und mittleren - 12.500 deutschen Betriebe, die in die Region liefern, dürfte Erleichterung aufkommen. "Das ist ein echter Meilenstein, besonders in diesen Zeiten", glaubt auch Dirk Jandura, Präsident des Außenhandelsverbands. Tatsächlich hat Südamerika eine junge Bevölkerung und deshalb wird es dort künftig mutmaßlich mehr Wachstum geben als in Europa.
